13. September 2023
Lesezeit ca. 18 Min.

Die Baby-Massage ist eine der schönsten Formen der nonverbalen Kommunikation zwischen Eltern und Kind. Sanfte, warme Berührungen stärken die Bindung, lindern Bauchschmerzen, fördern den Schlaf und unterstützen die motorische Entwicklung des Babys. Schon seit Jahrtausenden ist sie in vielen Kulturen fester Bestandteil der Säuglingspflege. In dieser ausführlichen Anleitung lernen Sie alles über Wirkung, das richtige Timing, das passende Öl, einen behutsamen Schritt-für-Schritt-Ablauf für Bauch, Beine, Brust, Arme und Rücken sowie die häufigsten Fehler bei der Baby-Massage.

Key Facts – Baby-Massage

  • Wirkprinzip: Sanfte Streichungen + warme Berührung + ruhiger Rhythmus aktivieren Bindungshormone, beruhigen das Nervensystem und unterstützen Verdauung sowie Schlaf.
  • Optimales Alter: Ab der 4. Lebenswoche bis ca. 12 Monate; verkürzte Variante (5-10 Min) auch danach noch sinnvoll.
  • Dauer: 15-25 Minuten pro Anwendung — beim ersten Mal kürzer beginnen, beim Baby Reaktionen beobachten.
  • Anwendungsfelder: Bindungsstärkung, Bauchschmerzen/Koliken, Schlafprobleme, motorische Entwicklung, Stressabbau (für Eltern UND Baby).
  • Vorsicht: Niemals bei Fieber, Krankheit, frischer Impfung (24h Pause), Hautausschlägen, Nabelheilung (erst danach), in der Mahlzeit (1h Abstand) oder wenn das Baby schläft.

Was ist Baby-Massage?

Die Baby-Massage ist eine sanfte, behutsame Streichmassage für Säuglinge — bewusst keine therapeutische, sondern eine liebevolle Wellness-Anwendung mit nachweisbaren Effekten auf Bindung, Verdauung, Schlaf und motorische Entwicklung des Babys. Sie wird in vielen Kulturen weltweit seit Jahrtausenden als selbstverständlicher Teil der Säuglingspflege praktiziert — insbesondere in Indien (Ayurveda), Afrika und Asien.

Mutter massiert ihr Baby auf einer weichen Decke — Bindungserleben durch Babymassage
Baby-Massage stärkt die emotionale Bindung zwischen Bezugsperson und Kind — eine der schönsten Formen nonverbaler Kommunikation.
© WH_PICS - stock.adobe.com

Im Westen wurde die Baby-Massage durch die französische Hebamme Frédérick Leboyer in den 1970er-Jahren bekannt. Heute ist sie wissenschaftlich gut erforscht — Studien belegen messbare Effekte auf Cortisol-Spiegel (Stresshormon), Oxytocin-Ausschüttung (Bindungshormon) und sogar auf die Gewichtszunahme von Frühgeborenen.

Wie wirkt die Baby-Massage?

Die positiven Effekte der Baby-Massage sind wissenschaftlich gut belegt:

  • Bindung & Vertrauen: Hautkontakt schüttet Oxytocin aus — bei Eltern und Baby gleichermaßen. Die Bindung wird messbar gestärkt.
  • Stressreduktion: der Cortisol-Spiegel sinkt nachweislich beim Baby — und beim Massierenden gleich mit.
  • Verdauung: sanfte Bauchmassage hilft bei Blähungen, Koliken und Verstopfung — eines der häufigsten Probleme im 1. Lebenshalbjahr.
  • Schlafqualität: Babys, die regelmäßig massiert werden, schlafen tiefer und weinen weniger nachts.
  • Motorische Entwicklung: Berührung und sanfte Bewegungen fördern die Körperwahrnehmung und Reflexe.
  • Hautstoffwechsel: Massageöl + Streichungen pflegen die zarte Babyhaut.
  • Atmung: sanfter Druck auf den Brustkorb unterstützt eine ruhige, tiefe Atmung.
  • Frühgeborenen-Förderung: Studien zeigen bessere Gewichtszunahme und Krankenhaus-Verkürzung bei massierten Frühchen.

Ab wann darf ich mein Baby massieren?

Empfehlungen zum optimalen Alter:

  • Erst nach abgeheiltem Nabel (in der Regel nach 1-2 Wochen) — vorher Infektionsrisiko an der Nabelwunde
  • Ab der 4. Lebenswoche ist die volle Anwendung möglich — das Baby ist stabil, das Nervensystem reifer
  • Ideal: tägliche Routine ab Lebenswoche 4-6 etablieren (z.B. nach dem Bad)
  • Bis zu 12 Monate volle Anwendung; ab Krabbel-/Laufalter wird das Baby nicht mehr lange ruhig liegen wollen — verkürzte Streichungen während Wickeln oder Anziehen sind dann sinnvoll
  • Frühgeborene: erst nach Rücksprache mit Kinderarzt/Hebamme — meist ab Geburtstermin der ursprünglichen 40. Schwangerschaftswoche

Wann NICHT massieren? (Kontraindikationen)

Die Baby-Massage ist sehr sanft, dennoch gibt es klare Stop-Signale:

  • Fieber oder Krankheit — der Körper braucht alle Energie für die Genesung
  • Frische Impfung — 24 Stunden Pause nach der Impfung
  • Hautausschläge, Ekzeme oder offene Stellen — Massage würde reizen
  • Direkt nach der Mahlzeit — mindestens 45-60 Minuten Wartezeit (sonst Spucken oder Bauchschmerzen)
  • Müde oder hungriges Baby — beides ist überfordernd
  • Nabel noch nicht verheilt — Infektionsrisiko
  • Direkt vor dem Schlaf, wenn das Baby schon im Halbschlaf ist — würde es wieder aufwecken
  • Bei Anzeichen von Unwohlsein (Weinen, Wegstrecken, Steifheit) — sofort pausieren oder beenden
  • Frühgeborene oder Babys mit Vorerkrankungen — nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt

Welches Öl ist für Babys geeignet?

Bei Babyhaut ist Reinheit und Hautfreundlichkeit das wichtigste Kriterium:

  • Bio-Mandelöl — der Klassiker: hautfreundlich, neutral, sehr gut verträglich
  • Bio-Sonnenblumenöl — kostengünstig, gut verträglich, in Bio-Qualität bedenkenlos
  • Bio-Sesamöl — ayurvedisch wärmend, gut für die kühle Jahreszeit
  • Jojobaöl — für sehr empfindliche oder zu Ekzemen neigende Babyhaut
  • Bio-Kokosöl — kühlend, gut im Sommer; vorher anwärmen, da es bei <25°C fest wird

Vermeiden Sie unbedingt:

  • Mineralöle (Babyöl, Vaseline, Paraffin) — verstopfen Hautporen, blockieren Hautatmung
  • Ätherische Öle (Lavendel, Eukalyptus, Pfefferminz) — können bei Babys Atemnot oder Hautreizungen auslösen
  • Erdnussöl — Allergie-Risiko
  • Parfümierte Öle — die Duftstoffe sind oft Hautreizend für Babyhaut

Vor dem ersten Einsatz immer kleinen Hauttest: einen Tropfen Öl auf die Innenseite des Babyärmchens, 24 Stunden warten, auf Rötung achten.

Die richtige Vorbereitung — entspannt für beide

Vor der Babymassage ist die Atmosphäre entscheidend:

  • Raumtemperatur: mindestens 24°C — Babys kühlen schnell aus, das Zimmer muss richtig warm sein
  • Untergrund: weiche Decke, Wolldecke oder Lammfell auf Boden, Bett oder Wickeltisch
  • Sicherheit: niemals erhöhte Lage ohne Auffangschutz — Babys können plötzlich zappeln
  • Zeit nehmen: 30-45 Minuten ohne Termindruck einplanen — Hektik überträgt sich
  • Eigene Vorbereitung: warme Hände (gegebenenfalls vorher reiben), kurze Fingernägel, kein Schmuck (Ringe, Uhren ablegen)
  • Öl auf Körpertemperatur: Schälchen mit Öl in warmes Wasserbad stellen, oder zwischen den Händen anwärmen
  • Ruhige Atmosphäre: Handy aus, kein Fernsehen, ggf. ruhige Musik oder Stille
  • Augenkontakt halten und mit dem Baby sprechen oder singen — die Stimme ist Teil der Massage
Ulrich Pötter, staatlich anerkannter Therapeut
Mein Tipp aus 20+ Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut:

Der wichtigste Tipp bei der Baby-Massage hat nichts mit der Technik zu tun, sondern mit der inneren Haltung: Massieren Sie nur, wenn Sie selbst entspannt sind. Babys spüren jede Anspannung der Bezugsperson — durch Hände, Atmung, sogar durch den Geruch. Wenn Sie gestresst sind, wird das Baby unruhig — auch bei perfekter Technik. Mein zweiter, ebenso wichtiger Tipp: Bitten Sie das Baby vor jeder Massage um „Erlaubnis". Auch wenn das Baby noch nicht antworten kann — reiben Sie sich die Hände warm, halten Sie diese sanft auf den Bauch des Babys und beobachten Sie 10-15 Sekunden die Reaktion. Ist das Baby ruhig und schaut Sie an: gehen Sie weiter. Strampelt es weg, weint oder dreht den Kopf weg: heute keine Massage. Diese kleine Geste etabliert Konsens und Vertrauen — und prägt das Baby für sein Leben in Sachen Körperautonomie.

Schritt-für-Schritt: Klassische Baby-Massage (15-20 Min)

Folgender Ablauf hat sich in meiner Praxis bewährt — beim ersten Mal alle Schritte nur kurz durchführen, beim Baby auf Reaktionen achten und ggf. abbrechen:

Babys richtig massieren — sanfte Streichungen an den Beinchen
Sanfte Streichungen an den Beinchen — der Klassiker, mit dem die Baby-Massage idealerweise beginnt.
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  1. „Erlaubnis bitten" (1 Min): Hände warm reiben, sanft auf den Bauch legen, 10 Sekunden ruhig halten. Reaktion abwarten.
  2. Beine & Füße (3-4 Min): Mit beiden Händen das Beinchen vom Oberschenkel zum Fuß sanft umschließen und streichen — wie beim Auspressen einer Tube. Pro Bein 5-7 Wiederholungen. Anschließend kleine Kreise auf der Fußsohle, jede Zehe einzeln streicheln.
  3. Bauch (3-4 Min): Im Uhrzeigersinn sanfte Kreise um den Bauchnabel — etwa handtellergroß. Niemals Druck ausüben! Bei Blähungen die Beine sanft an den Bauch heranziehen, kurz halten, wieder strecken („Fahrradfahren"). Hilft bei Koliken.
  4. Brust (2-3 Min): Mit beiden Händen vom Brustbein nach außen streichen — wie ein Schmetterling, der seine Flügel öffnet. Anschließend leicht über das Brustbein und entlang der Rippen streichen.
  5. Arme & Hände (3 Min): Wie bei den Beinen — vom Schulterbereich zur Hand sanft umschließen und streichen. Handflächen mit dem Daumen kreisen, jeden Finger einzeln streicheln.
  6. Gesicht (1-2 Min): Ganz sanft mit den Fingerspitzen — von der Stirnmitte nach außen streichen, über die Augenbrauen, sanft die Wangen, das Kinn. Niemals direkt auf Augen oder Nase.
  7. Rücken (2-3 Min): Baby in Bauchlage drehen (oder über die eigenen Beine legen). Mit beiden Händen vom Nacken zum Po streichen — sanft und gleichmäßig. Niemals direkt auf der Wirbelsäule mit Druck arbeiten.
  8. Abschluss (1 Min): Baby zudecken, ein paar Minuten ruhen lassen. Ggf. anschließend stillen oder Fläschchen geben.

Spezialfall: Bauchmassage bei Koliken & Blähungen

Babys richtig massieren — Bauchmassage bei Blähungen und Koliken
Babymassage am Bauch im Uhrzeigersinn — bewährt bei Blähungen, Koliken und Verdauungsproblemen.
© detailblick-foto - stock.adobe.com

Eine der häufigsten Anwendungen der Baby-Massage: die Bauchmassage bei Verdauungsbeschwerden. So gehen Sie vor:

  1. Aufwärmen: warme Hand 30 Sek. auf den Bauchnabel legen — Wärme entspannt
  2. I-Streich: mit der flachen Hand vom Brustkorb sanft Richtung Schambein streichen (mehrmals)
  3. L-Streich: auf der linken Bauchseite (vom Baby aus gesehen rechts!) horizontal streichen, dann Richtung Po
  4. U-Streich: kompletter Umlauf um den Nabel im Uhrzeigersinn (folgt dem Verlauf des Dickdarms)
  5. Knie-zu-Bauch: beide Beinchen sanft an den Bauch heranziehen, 5-10 Sekunden halten — entlässt Luft aus dem Darm
  6. Wiederholen: 2-3 Zyklen, dauert insgesamt etwa 5 Minuten

Bei akuten Schreikoliken hilft zusätzlich: warme Bauch-Auflage (Kirschkernkissen), das Baby aufrechtg auf der Schulter halten, oder das berühmte „Fliegergriff"-Halten (Baby bäuchlings auf dem Unterarm balancieren).

Die Signale des Babys lesen

Die Baby-Massage ist kein starrer Ablauf — sie passt sich dem Baby an. Achten Sie auf diese Signale:

Positive Zeichen (weitermachen):

  • Augenkontakt, Lächeln
  • Entspannte Körperhaltung
  • Ruhige, tiefe Atmung
  • Tiefe Hautrosa-Farbe
  • Beruhigtes Verhalten, weniger Strampeln

Negative Zeichen (Pause oder beenden):

  • Wegdrehen des Kopfes oder des Körpers
  • Strampeln, Wegstrecken
  • Weinen oder Stirnrunzeln
  • Steife Körperhaltung
  • Zusammenkrümmen, sich abwenden
  • Schluckauf, Spucken

Goldene Regel: Im Zweifel pausieren oder beenden. Eine kürzere, freudvolle Massage ist mehr wert als eine vollständige, gegen den Widerstand des Babys.

Häufige Fehler bei der Baby-Massage

  • Zu fester Druck: Babys brauchen sehr sanfte, fast streichelnde Bewegungen — niemals knetend, niemals quetschend
  • Zu lange Sitzungen: 15-20 Min sind das Maximum am Anfang — länger überfordert Säuglingsnervensysteme
  • Massage gegen den Willen: wenn das Baby weint oder wegstrampelt — sofort pausieren, niemals durchziehen
  • Direkt nach Mahlzeit: 1 Stunde Wartezeit — sonst Spucken oder Bauchschmerzen
  • Kalter Raum oder kalte Hände: beides löst Stress beim Baby aus
  • Falsches Öl: Mineralöle, parfümierte Öle, ätherische Öle alle ungeeignet
  • Mit Hektik massieren: Babys spüren die Anspannung der Eltern — sind dann unruhig
  • Direkt auf der Wirbelsäule oder auf dem Bauchnabel mit Druck — niemals
  • Nicht den ganzen Körper massieren wollen — manchmal will das Baby nur die Beinchen, das ist OK

Wie oft soll ich mein Baby massieren?

Die optimale Frequenz hängt vom Alter und Bedürfnis des Babys ab:

  • Tägliche Routine ab der 4. Lebenswoche ist ideal — z.B. nach dem Bad, vor dem Mittagsschlaf
  • 2-3 Mal pro Woche ist Minimum, um die Effekte zu spüren
  • Nicht jeden Tag erzwingen — wenn das Baby heute nicht will, einfach zuwarten
  • Spezialfälle: bei Koliken auch öfter (mehrmals täglich kurze Bauchmassagen)
  • Ab Krabbel-/Laufalter: nur noch verkürzt — z.B. beim Wickeln 2-3 Min Beine + Füße

Frédérick Leboyer & die Geschichte

Die moderne westliche Baby-Massage geht auf den französischen Geburtsmediziner Frédérick Leboyer (1918-2017) zurück. Er reiste in den 1970er-Jahren nach Indien und beobachtete, wie indische Mütter ihre Babys täglich massierten — mit Sesamöl, im warmen Raum, in liebevoller Routine. Leboyer dokumentierte diese Tradition in seinem Buch „Sanfte Hände" (1976) und brachte die Methode in den Westen.

Heute ist die Baby-Massage weltweit etabliert — viele Krankenkassen bezuschussen sogar Kurse, viele Hebammen integrieren sie in die Wochenbett-Betreuung. Die wissenschaftliche Forschung hat seither zahlreiche Studien publiziert, die die positiven Effekte auf Bindung, Schlaf, Verdauung und sogar Gehirnentwicklung belegen.

Lerne die Baby-Massage komplett

In unserem WHI-Heimstudium „Baby-Massage" vermitteln unsere staatlich anerkannten Therapeuten alle Schritte, Drucktechniken und Behandlungsabläufe auf DVD, als Stream und als Download — inklusive persönlichem Zertifikat. Sie können bequem zu Hause lernen, in Ihrem eigenen Tempo, ohne Prüfungsstress. Wer Baby-Massage zusammen mit weiteren Massagetechniken erlernen möchte, holt sich das komplette Praktiker-Heimstudium mit allen 11 Massage-Techniken und beiden Print-Zertifikaten.

Fazit

Die Baby-Massage ist mehr als nur eine Wellness-Anwendung — sie ist eine tägliche Liebeserklärung, die messbare Effekte auf Bindung, Verdauung, Schlaf und Entwicklung des Babys hat. Wer die Grundprinzipien beachtet (warme Atmosphäre, sanfte Streichungen, Aufmerksamkeit für Babys Signale), schenkt seinem Kind eine wertvolle Erfahrung — und erlebt selbst tiefe Entspannung und Bindung mit dem Kind.

Wer die Methode professionell anwenden möchte — z.B. als Hebamme, Kinderkrankenschwester oder als Wellness-Anbieter mit Schwerpunkt Familienberatung — sollte eine fundierte Ausbildung absolvieren. Mit unseren professionellen Lernvideos lernen Sie alle Techniken Schritt für Schritt von erfahrenen Therapeuten — bequem zu Hause, im eigenen Tempo, mit lebenslangem Zugriff auf Stream und Download.

Häufige Fragen zur Baby-Massage

Ab wann darf ich mein Baby massieren?

Sobald der Nabel verheilt ist (in der Regel 1-2 Wochen nach Geburt) und das Baby gesund ist. Ab der 4. Lebenswoche ist die volle Anwendung gut etabliert. Vorher sind nur kurze, sanfte Streichungen über die Kleidung oder am Bein/Fuß empfohlen. Bei Frühgeborenen erst nach Rücksprache mit Kinderarzt/Hebamme.

Wie lange sollte eine Baby-Massage dauern?

Beim ersten Mal: nur 5-10 Minuten — beim Baby Reaktionen beobachten. Bei einer entspannten, etablierten Routine sind 15-25 Minuten ideal. Länger überfordert das junge Nervensystem. Wenn das Baby zwischendurch unruhig wird, ist eine kürzere Massage absolut OK — Qualität geht vor Quantität.

Welches Öl ist für Babys am besten?

Klar empfohlen: Bio-Mandelöl, Bio-Sonnenblumenöl, Bio-Sesamöl, Jojobaöl. Ungeeignet: Mineralöle (Babyöl, Vaseline), ätherische Öle, parfümierte Öle oder Erdnussöl. Vor erstem Einsatz immer Hauttest am Babyärmchen — 24 Std. abwarten und auf Rötung achten.

Hilft Baby-Massage bei Koliken?

Ja — die Bauchmassage im Uhrzeigersinn ist eine der wirksamsten natürlichen Methoden bei Koliken und Blähungen. Sie folgt dem Verlauf des Dickdarms und hilft, eingeschlossene Luft zu mobilisieren. Zusätzlich hilfreich: warme Bauch-Auflage und das berühmte „Knie-an-Bauch"-Manöver (Beinchen sanft an den Bauch heranziehen).

Soll ich mein Baby vor oder nach dem Bad massieren?

Beides ist möglich — beliebter ist nach dem Bad: das Baby ist sauber, entspannt und in einer ruhigen Stimmung. Manche Eltern bevorzugen vor dem Bad, weil das Massageöl danach abgewaschen wird und die Haut sauber bleibt. Beobachten Sie, was Ihrem Baby besser gefällt — beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

Was tun, wenn das Baby während der Massage weint?

Pausieren oder beenden! Weinen ist ein klares „Nein"-Signal. Möglich Ursachen: Hunger, Müdigkeit, kalter Raum, zu fester Druck, falsches Öl, Bauchschmerzen, oder einfach „Heute nicht". Trösten Sie das Baby, suchen Sie die Ursache. Massieren gegen den Willen schadet der Bindung mehr als sie nützt — es kommt ein anderer Tag.

Brauche ich einen Kurs, oder kann ich Baby-Massage selbst lernen?

Die Grundlagen können Eltern sehr gut aus Büchern, Videos oder Online-Anleitungen lernen — die Methode ist intuitiv. Für eine fundierte Anwendung mit allen Techniken, sicherem Handling und vertiefenden Anwendungen (z.B. bei Koliken, Schlafproblemen) ist ein Lehrgang aber sehr empfehlenswert. Unser Baby-Massage-Heimstudium bietet alles Wichtige auf DVD, Stream und Download — inklusive Zertifikat.

Können auch Väter Baby-Massagen machen?

Absolut! Väter profitieren genauso von der Bindungsförderung wie Mütter. Die Oxytocin-Ausschüttung beim Hautkontakt funktioniert geschlechtsunabhängig. Viele Väter erleben gerade die Baby-Massage als besonders intensive Bindungserfahrung — gerade in den ersten Monaten, in denen die Mutter durch das Stillen näher am Baby ist. Eine eigene Massage-Routine für den Vater (z.B. abends nach der Arbeit) stärkt die Vater-Kind-Bindung sehr.

Quellen & Weiterführende Literatur

  1. Leboyer F.: Sanfte Hände — Die traditionelle Kunst der indischen Baby-Massage. Kösel-Verlag — Standardwerk, das die Methode in den Westen brachte.
  2. Walker P.: Baby-Massage — Liebevolle Berührungen für Babys. Trias Verlag — fundierte deutsche Quelle mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
  3. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung — kindergesundheit-info.de (offizielle Empfehlungen zur Säuglingsbetreuung).
  4. Deutscher Hebammenverband e.V. — hebammenverband.de (Standards in der Wochenbett-Betreuung).
© 2026 wellnessheimstudium.de • Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden oder Auffälligkeiten beim Baby bitte Kinderarzt oder Hebamme konsultieren. Hinweis: Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn Sie über solche Links einkaufen, erhalten wir ggf. eine Provision – für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Affiliate-Links beeinflussen nicht unsere redaktionelle Auswahl oder Bewertung der Inhalte.
Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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Profilbild von Marfuli
vor 2 Monaten
Ein wirklich ansprechendes Seminar mit ausgewogenen Praxis-& Theorieanteil. Die Dozenten und Dozentinnen sind kompetent und darüber hinaus auch menschlich und nahbar. Gute Vibes unter den Lehrenden. Es wurde viel gelacht und ein respektvoller Umgangston wurde stets gewahrt. Die Kommunikation ist für uns Teilnehmenden während des Seminars nur über die Chatfunktion möglich, was einerseits den Vorteil hat, dass die Vortragenden nicht unterbrochen werden können, keine Störgeräusche. (das war für mich als Teilnehmerin sehr angenehm, denn auch mein eigener Gedankenfluss wurde nicht unterbrochen und ich konnte dem Thema gut folgen). Andererseits gehen einige Fragen manchmal leider unter und werden übersehen. Das war ein bisschen frustrierend. Gefallen hat mir zudem, dass am Ende betont wurde, dass wir uns bei zukünftigen Fragen immer wieder bei der Akademie melden können. Sehr sympathisch. Ich empfehle dieses Seminar herzlich gerne.
Marfuli
Profilbild von Chris Heise
vor 2 Monaten
Ich habe an einem zweitägigen Onlineseminar, im Zuge meiner Ausbildung zur Fachkraft für Massage Wellness und Prävention teilgenommen. Ich suchte zu Beginn meine Zugangsdaten. Der Fehler lag bei mir. ABER nachdem ich am Abend (20:20 Uhr !!) zuvor eine Mail dazu schrieb, erhielt ich um 20:50 Uhr !! eine Antwort mit neuen Zugangsdaten. Das alleine ist schon mega gewesen. Technisch war das Seminar auf ganz hohem Niveau. Klasse. Die fachlichen Kompetenzen der Dozenten waren ebenfalls auf ganz ganz hohem Stand. Besprochene Pausenzeiten wurden zu 100% eingehalten. Wenn man, typisch deutsch, was zu meckern sucht....!!Dann nur--Warum dieses Seminar nicht drei Tage geht! Es wurde mit soviel Freude und Fachwissen die nötigen Informationen übermittelt, das es besser nur noch in Präsenz gegangen währe. Danke liebes WIP - Team und macht weiter so.
Chris Heise
Profilbild von Stella Stahlhofen
vor 3 Monaten
Ich habe meine Lizenzen über 12 Monate bei der ILS Akademie absolviert und bin rundum zufrieden. Die Betreuung war durchgehend hervorragend – bei Fragen oder Unsicherheiten war immer jemand erreichbar und hilfsbereit. Die Dozenten sind fachlich extrem kompetent und gleichzeitig sehr motivierend. Besonders positiv hervorheben möchte ich das umfangreiche und verständlich aufbereitete Studienmaterial, das sowohl theoretisch als auch praxisnah aufgebaut ist und einen wirklich gut auf die Prüfungen vorbereitet. Ein großes Highlight war für mich auch die Prüfung selbst: Ralf Stirpeiks als Prüfer ist ein absoluter Top-Lehrer – menschlich wie fachlich ein mega Typ. Man fühlt sich ernst genommen, fair geprüft und gleichzeitig ermutigt, sein Bestes zu zeigen. Ich kann die ILS Akademie jedem empfehlen, der eine fundierte, strukturierte und hochwertige Ausbildung im Fitness- und Medical-Fitness-Bereich sucht. Für mich war es die richtige Entscheidung.
Stella Stahlhofen
Profilbild von Marlen Ackermann
vor 3 Monaten
Ich habe am vergangenen Wochenende mein Fernstudium bei der Deutschen Akademie für Massagepraktiken abgeschlossen. Die Betreuung vor Ort war GROSSARTIG! Die Räume sind groß, hell und gut ausgestattet. Die leitende Ausbilderin hat sich für JEDEN Zeit genommen, Fragen ruhig und ausführlich beantwortet sowie viele praktische Tipps gegeben. Man wurde durchaus und wortwörtlich an die Hand genommen und im Bereich Massage und Prävention noch intensiver an die verschiedenen Themen und Praktiken herangeführt. Unsicherheiten wurden mir persönlich dadurch genommen und ich fühle mich bestens vorbereitet für den nächsten Schritt. Das ganze Seminar war sehr gut aufgebaut und anspruchsvoll, aber trotzdem entspannt in der Durchführung. Wir hatten sehr viel Spaß und es wurde nicht langweilig. Die Geschäftsleitung hat sich ebenfalls Zeit für uns genommen und man konnte sich in Gesprächen sehr gut austauschen. FAZIT: JEDERZEIT UND GERNE WIEDER!
Marlen Ackermann
Profilbild von Laura L.
vor 4 Monaten
Sehr empfehlenswert! Der Seminarraum war sauber und gut ausgestattet (Hanteln, Bänke etc.). Besonders positiv hervorheben möchte ich den Prüfer Ralf Stirpeik: Er war sehr freundlich, hat eine entspannte Atmosphäre geschaffen und alle Inhalte verständlich erklärt. Zudem wurden alle Fragen zur Prüfung in der Gruppe ausführlich besprochen. Insgesamt ein sehr professioneller Ablauf und angenehmer Aufenthalt. Danke dafür 👋🏼
Laura L.