Tiefengewebsmassage: Wirkung & Anwendung
Die Tiefengewebsmassage (Deep Tissue Massage) ist eine kräftige Massageform, die mit gezieltem, tiefem Druck auf das Binde- und Fasziengewebe der unteren Muskelschichten einwirkt. Sie löst hartnäckige Verspannungen, Verhärtungen und Bewegungseinschränkungen und eignet sich besonders für Menschen mit chronischen Muskelbeschwerden, sportlicher Belastung oder einseitiger Büroarbeit. Anders als eine sanfte Wellnessmassage zielt sie auf Funktion und Lockerung – intensiv, aber stets im Rahmen Ihrer persönlichen Schmerzgrenze.
Key Facts – Tiefengewebsmassage
- Was: kräftige Massage der tiefen Muskel- und Fasziengewebsschichten (Deep Tissue Massage), eine Form der Bindegewebsmassage.
- Druck & Tiefe: gezielter, langsamer Tiefendruck mit Händen, Fingern, Knöcheln und Ellbogen – deutlich intensiver als eine klassische Wellnessmassage.
- Wirkung: löst Verhärtungen und Verspannungen, verbessert Beweglichkeit und Durchblutung, kann begleitend bei Stress und innerer Anspannung unterstützend wirken.
- Dauer & Frequenz: meist 30–60 Minuten; bei chronischen Beschwerden in einer Serie über mehrere Sitzungen sinnvoller als einmalig.
- Für wen: Sportler, Menschen mit Büro- und Haltungsverspannungen sowie chronischen muskulären Beschwerden.
- Vorsicht: nicht geeignet u. a. bei Thrombose, Tumoren, akuten Entzündungen, frischen Verletzungen oder unter Blutverdünnern – im Zweifel ärztlich abklären.
Tiefengewebsmassage – Definition und Einordnung
Eine Tiefengewebsmassage ist eine Form der Bindegewebsmassage, bei der gezielt die tiefliegenden Muskel- und Fasziengewebsschichten bearbeitet werden. Die Bindegewebsmassage entstammt einer langen Tradition – sie wurde bereits 1929 beschrieben und gilt seither als etablierte manuelle Technik, bei der über Techniken für die Faszien, Ober- und Unterhaut eine Stimulation der tieferen Gewebeschichten erfolgt. Der heute geläufige Fachbegriff lautet Deep Tissue Massage, was aus dem Englischen stammt und „tiefliegendes Gewebe" bedeutet. Diese Bezeichnung weist bereits auf die Besonderheit hin: Eine Deep Tissue Massage konzentriert sich primär auf das Tiefengewebe, um es gezielt zu lockern.
Die Anwendung richtet sich vor allem an Menschen mit muskulären Beschwerden, die durch Verhärtungen, Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen entstehen. Eine Tiefengewebsmassage soll mit speziellen Techniken dazu beitragen, dass der Bewegungsapparat wieder beweglicher und belastbarer wird. Begleitend kann sie zudem bei innerer Anspannung und stressbedingten Verspannungen unterstützend wirken. Sie wird darum häufig im Rahmen einer Sportmassage eingesetzt und hat sich einen festen Platz unter den manuellen Massagetechniken gesichert.
Wichtig ist die Abgrenzung: Die Tiefengewebsmassage ist keine sanfte Methode zur reinen Entspannung wie etwa eine Wellness- oder Shiatsu-Massage. Deep-Tissue-Anwendungen beruhen auf kräftigem, langsam aufgebautem Druck und gezielten Bewegungen. Genau diese Intensität ermöglicht es, die tiefer liegenden Schichten zu erreichen – weshalb das Verfahren einem eher funktionellen Ansatz folgt und sich von rein wohligen Massagen unterscheidet.
Der Begriff „tiefes Gewebe" ist dabei wörtlich zu verstehen: Während oberflächliche Massagen vor allem die obere Muskel- und Hautschicht erreichen, arbeitet die Tiefengewebsmassage bewusst langsamer und mit mehr Gewicht, um an die darunterliegenden Schichten heranzukommen. Das langsame Tempo ist kein Zufall, sondern Methode – nur so kann das Gewebe nach und nach nachgeben, ohne dass der Körper mit Gegenspannung reagiert. Aus diesem Grund ist die Tiefengewebsmassage weniger ein passives Verwöhnprogramm als vielmehr eine aktive, dialogische Anwendung, bei der Ihr Feedback über Druck und Empfinden eine zentrale Rolle spielt.
Das Prinzip – warum Faszien im Mittelpunkt stehen
Die Tiefengewebsmassage bezieht sich auf das tiefliegende Binde- und Stützgewebe, das auch als Fasziengewebe bezeichnet wird und den gesamten Körper durchzieht. Die Faszien verbinden über myofasziale Leitbahnen Gelenke, Knochen, Sehnen und Muskelgruppen miteinander. Sie geben der Muskulatur Form und Festigkeit und tragen dazu bei, dass der Bewegungsapparat beweglich und belastbar bleibt. Ist das Fasziengewebe in seiner Funktion gestört, kann sich das spürbar auf das Wohlbefinden auswirken.
Im Alltag setzen wir Muskeln, Sehnen und Gelenke hohen Belastungen aus – sei es durch Fehlhaltung, Überbeanspruchung oder zu wenig Bewegung. Die Faszien werden dadurch zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Mögliche Folgen sind Verhärtungen, Verspannungen oder Verkrampfungen des Bindegewebes, die unbehandelt anhalten können. Weil sich die Faszien durch den ganzen Körper ziehen, können Beschwerden auch an entfernten Stellen spürbar werden: Eine verspannte Faszie im Schulterbereich kann beispielsweise bis in andere Körperregionen ausstrahlen.
Genau hier setzt die Tiefengewebsmassage an. Sie zielt darauf ab, diese Verhärtungen zu lösen, die Beweglichkeit wiederherzustellen und die myofaszialen Leitbahnen zu entspannen. Das kann dazu beitragen, Verspannungen abzubauen und das körperliche Wohlbefinden zu verbessern. Da körperliche Anspannung und mentaler Stress oft zusammenhängen, empfinden viele Menschen die Lösung muskulärer Verspannungen auch als allgemein entspannend und entlastend.
Hintergrund dieses Zusammenspiels ist das Konzept der myofaszialen Verbindungen: Faszien bilden ein durchgehendes Netzwerk, das den ganzen Körper umspannt. Spannung an einer Stelle kann sich über diese Leitbahnen fortsetzen, weshalb gezielte Arbeit an einem Areal manchmal auch in benachbarten Regionen als Erleichterung wahrgenommen wird. Hinzu kommt, dass eine bessere Durchblutung des bearbeiteten Gewebes oft als angenehm warm und gelöst empfunden wird. Diese Effekte erklären, warum viele Menschen nach einer Sitzung nicht nur die behandelte Muskelgruppe, sondern ihren gesamten Bewegungsapparat als leichter beschreiben.
Das bedeutet ausdrücklich kein Heilversprechen: Eine Tiefengewebsmassage ist eine unterstützende Wellness- und Entspannungsanwendung. Sie ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden, Schmerzen oder seelischer Belastung sollten Sie ärztlichen oder therapeutischen Rat einholen. Wer regelmäßig unter Verspannungen leidet, sollte die Ursachen zudem nicht allein über Massagen angehen, sondern auch Faktoren wie Haltung, Bewegungsmangel oder Stress im Alltag in den Blick nehmen.

Tiefengewebsmassage – mögliche Wirkungen
Eine Deep Tissue Massage kann sich auf mehreren Ebenen positiv bemerkbar machen. Im Vordergrund steht das Lösen muskulärer Verspannungen und die Verbesserung der Beweglichkeit. Viele Menschen empfinden die Anwendung darüber hinaus als allgemein entlastend, weil körperliche Lockerung und das Gefühl innerer Entspannung häufig Hand in Hand gehen.
Die folgenden Wirkungen werden einer Tiefengewebsmassage typischerweise zugeschrieben. Es handelt sich um Erfahrungs- und Wohlbefindenseffekte, nicht um eine medizinische Heilbehandlung:
- Lösen von Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur
- Lockerung verklebter oder verhärteter Faszien
- Verbesserung der Beweglichkeit und des Bewegungsgefühls
- Förderung der Durchblutung im behandelten Gewebe
- begleitende Unterstützung beim Abbau von Stress und innerer Anspannung
- angenehmes Entspannungsgefühl nach der Anwendung
Gerade bei stressbedingten Verspannungen kann die Massage als wohltuend empfunden werden. Sie kann begleitend bei innerer Anspannung und Verstimmungen unterstützend wirken – sie ist jedoch kein Ersatz für eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung und sollte bei ernsthaften Beschwerden nicht an deren Stelle treten.
Wie deutlich die Effekte ausfallen, ist individuell sehr verschieden. Manche Menschen spüren bereits nach einer Sitzung eine spürbare Erleichterung, bei anderen stellt sich das gelöste Gefühl erst nach mehreren Anwendungen ein. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Direkt nach der Massage kann sich das Gewebe noch empfindlich anfühlen, während die entlastende Wirkung sich oft erst am Folgetag voll entfaltet. Realistische Erwartungen sind daher hilfreich – die Tiefengewebsmassage ist ein Baustein für mehr Beweglichkeit und Wohlbefinden, kein Sofort-Wundermittel.
Für wen ist eine Tiefengewebsmassage geeignet?
Die Tiefengewebsmassage richtet sich an Menschen, die unter spürbaren muskulären Verspannungen leiden und eine intensivere Behandlung wünschen als eine sanfte Wellnessmassage. Wegen der höheren Intensität ist sie nicht für jeden ideal – wer eine rein entspannende, leichte Massage sucht, ist mit einer klassischen Massage oft besser beraten. Folgende Gruppen profitieren erfahrungsgemäß besonders:
- Sportlerinnen und Sportler: bei überlasteten Muskelgruppen, zur Regeneration und Lockerung nach intensivem Training.
- Büro- und Bildschirmarbeit: bei Nacken-, Schulter- und Rückenverspannungen durch langes Sitzen und einseitige Haltung.
- Chronische muskuläre Beschwerden: bei wiederkehrenden Verhärtungen und Verspannungen, die sich mit sanften Methoden nicht ausreichend lösen lassen.
Ob die Massage im individuellen Fall sinnvoll ist und in welcher Intensität, klärt ein Vorgespräch mit der behandelnden Fachkraft. Bei Vorerkrankungen oder Unsicherheit gilt: zuerst ärztlich abklären.
Kontraindikationen – wann Sie auf eine Tiefengewebsmassage verzichten sollten
So angenehm eine Tiefengewebsmassage sein kann – sie ist nicht in jeder Situation angebracht. Wegen des kräftigen Drucks gibt es eine Reihe von Gegenanzeigen (Kontraindikationen), bei denen die Anwendung nicht oder nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen sollte. Bitte besprechen Sie die folgenden Punkte vorab offen mit der behandelnden Fachkraft:
- Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester
- Tumorerkrankungen sowie unklare Schwellungen oder Knoten
- akute Entzündungen, Fieber oder Infektionen
- Thrombose oder bekannte Gefäßerkrankungen
- Einnahme von Blutverdünnern oder erhöhte Blutungsneigung
- Osteoporose und andere Erkrankungen mit erhöhter Knochenbrüchigkeit
- frische Verletzungen, offene Wunden oder kürzliche Operationen
- ausgeprägte Schmerzempfindlichkeit oder Empfindlichkeit gegenüber kräftigem Druck
Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hautkrankheiten im Behandlungsbereich oder chronischen Grunderkrankungen ist Vorsicht geboten. Im Zweifel gilt immer: vorher ärztlich abklären lassen. Eine seriöse Fachkraft wird mögliche Risiken im Vorgespräch ansprechen und die Anwendung gegebenenfalls anpassen oder ablehnen.
Auch bei grundsätzlicher Eignung ist nicht jeder Tag der richtige für eine intensive Tiefenarbeit. Bei akuter Erkältung, starker Erschöpfung, frisch genossenem Alkohol oder unmittelbar nach einer großen Mahlzeit sollten Sie die Massage verschieben. Frische Blutergüsse, gereizte Hautstellen oder Sonnenbrand im Behandlungsbereich werden ebenfalls ausgespart. Diese Vorsicht ist kein übertriebener Formalismus, sondern Teil eines verantwortungsvollen Umgangs mit einer Methode, die bewusst mit kräftigem Druck arbeitet. Wer offen über seinen aktuellen Zustand spricht, ermöglicht der Fachkraft, die Anwendung sicher und sinnvoll zu gestalten.
Techniken – wie eine Tiefengewebsmassage abläuft
Bei der Deep Tissue Massage werden verschiedene Bewegungsabläufe kombiniert. Charakteristisch ist der Wechsel aus langsamen, kräftigen Streichungen, gezieltem punktuellem Druck und Dehnungen. Eingesetzt werden dabei Hände, Finger, Knöchel und teilweise die Ellbogen, um entlang und quer zu den Muskelsträngen zu arbeiten. Der Aufbau erfolgt schrittweise – der Druck wird langsam vertieft, damit das Gewebe nachgeben kann.
Die wichtigsten Elemente einer Tiefengewebsmassage lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Streichungen (Strokes): langsame, kräftige Bewegungen entlang der Muskelfasern, um die tieferen Schichten zu erreichen.
- Punktueller Druck: gezielte Stimulation verhärteter Stellen, ähnlich einer Triggerpunktbehandlung.
- Dehnungen: leichte bis mittelstarke Dehnung, damit sich verkürzte Muskeln wieder weiten.
- Sanftes Ausstreichen: zu Beginn und am Ende, um den Körper einzustimmen und ausklingen zu lassen.
Das Hauptaugenmerk liegt auf den druckintensiven Bewegungen, die innerhalb einer festen Struktur ablaufen. Gute Kommunikation ist dabei entscheidend: Sie sollten der Fachkraft jederzeit rückmelden, wie sich der Druck anfühlt, damit dieser an Ihre persönliche Belastbarkeit angepasst werden kann.
Oft beginnt eine Sitzung mit größerflächigem, eher entspannendem Arbeiten, um die Muskulatur „aufzuwärmen", bevor die Fachkraft gezielt in die Tiefe geht. Erst wenn das Gewebe vorbereitet ist, lassen sich Verhärtungen wirkungsvoll und mit weniger Unbehagen lösen. Die einzelnen Techniken werden dabei nicht schematisch abgespult, sondern an Ihre Reaktionen angepasst – ein erfahrener Praktiker erspürt über die Hände, wo das Gewebe nachgibt und wo es noch Widerstand leistet. Genau dieses feinfühlige Dosieren unterscheidet eine professionelle Tiefengewebsmassage von bloßem „festem Drücken".
Mein Rat aus über 20 Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Bei der Tiefengewebsmassage gibt es einen feinen Unterschied zwischen einem „guten Schmerz" – einem deutlichen, aber gut auszuhaltenden Druckgefühl, das sich nach dem Loslassen löst – und echtem Schmerz, vor dem der Körper sich anspannt. Arbeiten Sie nie in echten Schmerz hinein und lassen Sie das auch nicht zu. Sagen Sie der behandelnden Person klar, wenn es zu viel wird. Wer sich verspannt und die Luft anhält, blockiert genau das Gewebe, das eigentlich locker werden soll. Atmen, kommunizieren, in der eigenen Toleranzgrenze bleiben – so wirkt die Massage am besten.
Ablauf einer Sitzung – was Sie erwartet
Eine Tiefengewebsmassage beginnt in der Regel mit einem kurzen Vorgespräch. Darin werden Beschwerden, Vorerkrankungen und mögliche Gegenanzeigen geklärt. Bringen Sie relevante Befunde oder eine Liste eingenommener Medikamente mit, wenn vorhanden – das hilft der Fachkraft, die Anwendung sicher zu planen. Anschließend folgt oft ein kurzes Abtasten der betroffenen Region, bevor die eigentliche Massage beginnt.
Während der Behandlung liegen oder sitzen Sie bequem. Die Fachkraft arbeitet mit gleichmäßigem, langsam aufgebautem Druck und konzentriert sich besonders auf die verspannten Areale. Nach der Sitzung tut eine kurze Ruhephase gut. Für die Zeit danach haben sich einige einfache Verhaltensweisen bewährt:
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Kreislauf zu unterstützen.
- Gönnen Sie sich etwas Ruhe und vermeiden Sie direkt danach intensive Belastung.
- Beobachten Sie, wie Ihr Körper reagiert – ein leichtes Ziehen oder Muskelkater-ähnliches Gefühl für ein bis zwei Tage ist nach intensiver Tiefenarbeit normal.
Hält ein Beschwerdebild über mehrere Tage an, verstärkt sich der Schmerz deutlich oder treten ungewöhnliche Symptome auf, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Dauer, Frequenz und Kosten – eine Orientierung
Wie lange und wie oft eine Tiefengewebsmassage sinnvoll ist, hängt vom Beschwerdebild und Ihrer Belastbarkeit ab. Eine einzelne Sitzung dauert meist zwischen 30 und 60 Minuten. Als Teilkörperanwendung – etwa nur für Nacken und Schultern – reichen oft 30 Minuten, während eine umfassendere Behandlung eher 60 Minuten in Anspruch nimmt.
Bei chronischen oder hartnäckigen Verspannungen ist eine einmalige Sitzung selten ausreichend. Sinnvoller ist häufig eine Serie über mehrere Termine in regelmäßigen Abständen, damit sich die Muskulatur und das Bindegewebe nachhaltig lockern können. Die Kosten variieren je nach Region, Anbieter und Dauer; eine 60-minütige Anwendung liegt erfahrungsgemäß meist im mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Eurobereich. Konkrete Preise erfragen Sie am besten direkt beim Anbieter Ihrer Wahl.
Wie eng die Abstände zwischen den Sitzungen sein sollten, hängt davon ab, wie stark die Verspannungen sind und wie Ihr Körper reagiert. Häufig bewährt sich zu Beginn ein dichterer Rhythmus, etwa wöchentlich, der später auf gelegentliche Auffrischungstermine ausgedünnt wird. Beachten Sie außerdem, dass eine Tiefengewebsmassage in der Regel eine reine Wellness- bzw. Selbstzahlerleistung ist und nicht mit einer ärztlich verordneten Heilmittel-Massage zu verwechseln ist, die über ein Rezept abgerechnet wird. Wer aus medizinischen Gründen eine Massagebehandlung benötigt, sollte dies mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Selbst etwas tun – sanfte Eigenanwendung als Ergänzung
Eine echte Tiefengewebsmassage gehört in fachkundige Hände – sie lässt sich nicht zuverlässig an sich selbst durchführen. Für die Zeit zwischen den Sitzungen können Sie das Gewebe aber mit sanften Eigenanwendungen unterstützend pflegen. Wichtig ist, dabei behutsam und nie schmerzhaft zu arbeiten:
- Faszienrolle: langsames, sanftes Rollen größerer Muskelgruppen wie Oberschenkel oder Rücken – ohne starken Druck auf Knochen, Gelenke oder die Wirbelsäule.
- Faszienball: für kleinere Bereiche wie Fußsohle oder Schulterblatt, mit dosiertem, gut erträglichem Druck.
- Bewegung & Dehnung: regelmäßige, leichte Mobilisation hält das Gewebe geschmeidig.
Verzichten Sie auf den Versuch, sich selbst eine intensive Tiefenmassage zu geben. Bei akuten Schmerzen, Entzündungen oder unklaren Beschwerden ist Eigenanwendung tabu – hier gehört die Abklärung in fachkundige oder ärztliche Hände.
Abwandlungen – Myofascial Release und Rolfing
Die Tiefengewebsmassage steht in enger Verbindung zum sogenannten Myofascial Release. Dieser Begriff beschreibt das gezielte Lösen von Spannungen im myofaszialen Gewebe. Im erweiterten Sinn verfolgt die Tiefengewebsmassage genau dieses Ziel: die myofaszialen Leitbahnen, die durch Überlastung oder Fehlhaltung verspannen, wieder zu lockern.
Eine bekannte verwandte Methode ist das Rolfing, benannt nach der Begründerin Dr. Ida Rolf. Es zielt auf eine strukturelle Neuausrichtung des Körpers über die tieferen Bindegewebsschichten ab und soll dabei helfen, günstigere Bewegungs- und Haltungsmuster zu entwickeln. Rolfing ist typischerweise als Serie von rund zehn Sitzungen angelegt. Welche Methode oder Kombination geeignet ist, entscheiden Sie gemeinsam mit der behandelnden Fachkraft.
In der Praxis sind die Übergänge zwischen diesen Begriffen fließend, und nicht jede Anbieterin oder jeder Anbieter verwendet sie einheitlich. Manche Fachkräfte kombinieren Elemente aus Tiefengewebsmassage, myofaszialen Techniken und Triggerpunktarbeit zu einem individuellen Behandlungsstil. Für Sie als Anwender ist weniger das Etikett entscheidend als die Frage, ob die Behandlung zu Ihrem Anliegen passt und ob die Fachkraft seriös arbeitet. Ein gutes Vorgespräch, in dem Methode, Ablauf und Ziele transparent erklärt werden, ist daher ein verlässlicheres Qualitätsmerkmal als der Name der Technik allein.
Tiefengewebsmassage vs. klassische Massage – der Unterschied
Tiefengewebsmassage und klassische Wellnessmassage werden oft verwechselt, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Die eine arbeitet funktionell und tief, die andere entspannend und eher oberflächlich. Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Unterschiede gegenüber, damit Sie einschätzen können, welche Anwendung zu Ihrem Anliegen passt:
| Kriterium | Tiefengewebsmassage (Deep Tissue) | Klassische / Wellnessmassage |
|---|---|---|
| Druck | kräftig, tief, langsam aufgebaut | sanft bis mittel |
| Ziel | Faszien & Verhärtungen lösen, Funktion verbessern | Entspannung & Wohlbefinden |
| Tiefe | tiefe Muskel- und Gewebeschichten | eher oberflächliche Schichten |
| Empfinden | intensiv, „guter Schmerz" möglich | wohlig, angenehm |
| Typischer Einsatz | Verspannungen, Sport, chronische Beschwerden | Stressabbau, Prävention, Entspannung |
| Dauer | 30–60 Min, oft als Serie | 60–90 Min |
| Eignung | für gezielte Problemzonen | für allgemeine Erholung |
Fazit
Die Tiefengewebsmassage ist eine kräftige, funktionell ausgerichtete Massageform, die hartnäckige Verspannungen und Verhärtungen in den tieferen Muskel- und Fasziengewebsschichten lösen kann. Sie eignet sich besonders bei sportlicher Belastung, Büroverspannungen und chronischen muskulären Beschwerden – stets innerhalb der persönlichen Schmerzgrenze und nach Klärung möglicher Gegenanzeigen. Sie ist eine unterstützende Wellnessanwendung und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
Wenn Sie die Techniken hinter der Tiefengewebs- und Faszienmassage selbst kennenlernen möchten, finden Sie bei Wellnessheimstudium fundiertes Material – etwa Massage-Techniken als Video/DVD/Stream oder unsere Massage-Anleitungen zum Lernen für zuhause.
Häufige Fragen zur Tiefengewebsmassage
Ist eine Tiefengewebsmassage schmerzhaft?
Sie ist deutlich intensiver als eine klassische Massage und kann ein kräftiges Druckgefühl erzeugen – einen „guten Schmerz", der gut auszuhalten ist und sich nach dem Loslassen löst. Echter, scharfer Schmerz ist dagegen ein Warnzeichen. Sagen Sie der Fachkraft jederzeit, wenn der Druck zu stark wird, damit er angepasst werden kann.
Für wen ist eine Tiefengewebsmassage nicht geeignet?
Unter anderem bei Schwangerschaft (vor allem im ersten Trimester), Tumorerkrankungen, akuten Entzündungen, Thrombose, Einnahme von Blutverdünnern, Osteoporose, frischen Verletzungen oder Operationen sowie bei sehr starker Schmerzempfindlichkeit. Diese Liste ist nicht vollständig – im Zweifel sollten Sie die Anwendung vorher ärztlich abklären lassen.
Wie oft und wie lange sollte man eine Tiefengewebsmassage machen?
Eine Sitzung dauert meist 30 bis 60 Minuten. Bei chronischen Verspannungen ist eine Serie über mehrere Termine in regelmäßigen Abständen sinnvoller als eine einmalige Anwendung, weil sich das Gewebe so nachhaltiger lockern kann.
Was ist der Unterschied zur klassischen Massage?
Die klassische Wellnessmassage arbeitet sanft und eher oberflächlich und dient vor allem der Entspannung. Die Tiefengewebsmassage arbeitet mit kräftigem, tiefem Druck und zielt gezielt darauf ab, Verhärtungen in den tieferen Schichten zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.
Was bedeuten Myofascial Release und Rolfing?
Myofascial Release bezeichnet das gezielte Lösen von Spannungen im Faszien- und Bindegewebe – ein Ziel, das auch die Tiefengewebsmassage verfolgt. Rolfing ist eine verwandte, meist auf rund zehn Sitzungen angelegte Methode, die auf eine strukturelle Neuausrichtung des Körpers über die tieferen Bindegewebsschichten abzielt.
Was sollte man nach einer Tiefengewebsmassage beachten?
Trinken Sie ausreichend, gönnen Sie sich Ruhe und vermeiden Sie direkt danach intensive Belastung. Ein leichtes Muskelkater-ähnliches Gefühl für ein bis zwei Tage ist nach intensiver Tiefenarbeit normal. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

