Die Tuina Massage - Ursprung, Wirkung und Anwendung

Tuina Massage – zentrales Element chinesischer Lehren

Hinter dem Begriff „Tuina“ verbirgt sich eine selbstständige Massagevariante, die der traditionellen chinesischen Medizin entsprungen ist. Sie wird ebenfalls als Bestandteil manueller Techniken angesehen und hat einen großen Einfluss auf verschiedene Behandlungskonzepte. So bildet die chinesische Massage gemeinsam mit anderen Komponenten die fünf Säulen von TCM. Die Bezeichnung repräsentiert bereits die beiden wesentlichen Praktiken, auf denen die Anwendung basiert, nämlich dem Schieben/Drücken (Tui) und dem Ziehen/Greifen (na).

Oftmals fällt in Verbindung mit der Massage auch die Betitelung als Anmo, was auf die antiken Schriften zurückgeht. Demzufolge blickt Tuina auf mehr als 4.000 Jahre Geschichte, was sie zu einer Behandlungsmethode macht, die noch älter ist als die Akkupunktur. Erste Grundlagen hatten ihren Ursprung damals als Selbstbehandlung, die von den Menschen eher intuitiv absolviert wurde. Traten beispielsweise Schmerzen oder Schwellungen auf, reagierte der Betroffene automatisch mit dem Drücken, Kneifen oder Kneten der empfindsamen Partien, um die Symptome zu lindern. Dies gilt als klassisches Muster, welches von den Menschen in allen Kulturen praktiziert wird, sobald sich Beschwerden einstellen. Folglich sind die Wurzeln von der Tuina Massage und der dazugehörigen traditionellen chinesischen Medizin eng mit den Urinstinkten der Menschen verknüpft.

Sie bezeichnen auch die ersten Manipulationen und Lokalisationen, die es in Zusammenhang mit dem Organismus gab. Über die Jahre fanden Heilpraktiker aus China dann heraus, dass sich die beiden Einwirkungen auf den Körper komplexer darstellen als bisher angenommen, denn Stimulation und Manipulation von Triggerpunkten haben Folgen für den Organismus und dessen Vitalität. Dadurch erkannten die Gelehrten, dass es Leitbahnen gibt, die den Körper durchziehen, auch Meridiane genannt. Ferner wurde deutlich, dass jene ebenfalls im Inneren vorhanden sind und Organe mit einzelnen Körperteilen in Form eines Netzwerks vereinen.

Solche Entwicklungen führten zu der Entstehung der Tuina Massage, die anfänglich nur eine begrenzte Zahl an Techniken sowie Behandlungsmöglichkeiten beinhaltete. Je detaillierter das menschliche Meridian-System jedoch erforscht wurde, desto fundierter konnte die Anwendung in Erscheinung treten. Daraus resultierten weit über 30 Techniken, die heute für die Tuina-Therapie vorhanden sind. Ab 1979 avancierte sie zu einem staatlich anerkannten Bildungsziel an Krankenhäusern und medizinischen Universitäten, woraufhin in europäischen Gefilden ebenfalls Tuina Massagen praktiziert wurden. Sie kamen in den 80ern ins Gespräch und entwickelten sich bis in die Neuzeit zu einer internationalen Praktik, die als Ausbildung belegt werden darf.

Allerdings hat ihre Präsenz in Europa nicht denselben Stellenwert wie in China, wo es klare Regelungen über die Fachkompetenzen des Masseurs gibt. In deutschen Regionen ist der Tuina-Therapeut als Namensgebung daher gar nicht geschützt. Heute zeigt sich die Tuina Massage im Wellnessbereich, der Medizin und bei der Eigentherapie, wobei es Unterschiede zwischen den Behandlungsstrategien gibt. Alle Ausführungen verfolgen aber denselben Leitgedanken, der durch die chinesische Medizin vorgegeben ist.

Konzept von Tuina – verschiedene Thesen, ganzheitliches System

Eine Tuina-Therapie stützt sich auf die Erkenntnisse der traditionellen chinesischen Medizin in Bezug auf die Vitalität des Menschen. Hierbei hat die Massage nicht nur einen Einfluss auf körperliche Symptome, sondern auch auf den Gemütszustand und die psychische Verfassung. Darum werden lokale Probleme und seelische Dysbalancen unter dem Prinzip der Ganzheitlichkeit therapiert. Dafür komplettiert die Anwendung das Fünf-Säulen-Prinzip von TCM mit der Akkupunktur, der Bewegungstherapie Taijiquan, der chinesischen Arzneimitteltherapie und der Bewegungstherapie Qigong.

5 Säulen der TCM

Infolgedessen laufen zahlreiche interne Prozesse ab, die Tuina beeinflussen. Hierzu wird klar zwischen der chinesischen Massage und dem westlichen Prinzip differenziert, denn die Anwendung folgt zwei unterschiedlichen Denkansätzen. Oberstes Ziel bei TCM ist die Regulierung und Harmonisierung des QI als Lebensenergie und des XUE, der Blutzirkulation. In der traditionellen chinesischen Medizin herrschen diesbezüglich andere Ansichten zu der Bedeutung von QI und XUE. Ferner geht es darum, die fünf sogenannten Wandlungsphasen inklusive der Funktionskreise auszugleichen und dadurch Yin und Yang in Einklang zu bringen. Bei einer effektiven Tuina Massage werden Blockaden gelöst und innere Organe therapiert, damit am Ende des gesamten Behandlungszyklus Körper, Geist und Seele harmonisiert sind.

Westliche Varianten sollen dagegen nicht primär das energetische System stabilisieren, sondern das vegetative Nervensystem und physische Probleme behandeln. Hier liegt der Fokus also auf anderen Schwerpunkten. Trotzdem darf die Energiearbeit zu keiner Zeit in den Hintergrund geraten, da sie an der Wirkung beteiligt ist. Im Allgemeinen gliedert sich die Anwendung dazu in acht verschiedene Prinzipien auf, deren Bezeichnungen variieren können.

Die vereinfachte Übersicht zeigt sich nachfolgend:

Anregende Technik: Sie soll vorhandene Mangelzustände im Körper oder am Bewegungsapparat aufheben, indem gezielte Praktiken die Meridiane aktivieren.

Beruhigende Technik: Sediert werden die Körperpartien, bei welchen Stoffe abgeleitet und Disharmonien ausgeglichen werden sollen. Sie müssen entgegen den Leitbahnen und mit hoher Intensität stattfinden.

Harmonisierende Technik: Im Mittelpunkt steht der Ausgleich von Energiefluss und organischen Funktionen.

Das Wärmen: Liegt ein Mangelzustand vor oder ist der Körper zu kalt, wirken schnelle Techniken als Wärmetherapie, um Schmerzen oder Steifheit zu verhindern.

Das Kühlen: Hat sich ein Zustand starker Überhitzung wie durch Fieber gebildet, sollen kräftige, kurze Praktiken jene wieder ausgleichen.

Abfluss von Schleim und Feuchtigkeit: Bei tiefen Blockaden durch Feuchtigkeits- oder Schleimansammlungen in den Leitbahnen therapieren dynamische und sedierende Anwendungen das vorliegende Ungleichgewicht.

Auflösung von Ablagerungen: Verhärtungen, Ödeme und Verkalkungen benötigen zügige sowie sanfte Griffe, damit die schädlichen Stoffe abtransportiert werden.

Anregende Techniken zum Schwitzen: Leichte Griffe an der Oberfläche wechseln zu intensiven, kraftvollen Praktiken, um pathogene Ursachen mittels Schwitzen aufzulösen.

Die Vorteile der Tuina-Therapie liegen darin, jede einzelne Dysbalance im Organismus oder dem psychischen Befinden zu erkennen und mit einer darauf abgestimmten Technik zu bekämpfen sowie die Ganzheitlichkeit des Körpers niemals außer Acht zu lassen. Daraus ergibt sich die facettenreiche Anwendung der Massage auf internationaler Ebene.

Tuina Massage Wirkung – Praktik für jedes Symptom

Wie bereits erwähnt, verfolgen die chinesische Massage im Zusammenhang mit TCM und die Tuina-Therapie der westlichen Welt verschiedene Absichten. Genau dies sorgt allerdings auch für viele Vorteile bei der Anwendung jener Methode. Tuina lässt sich demzufolge als Präventivmaßnahme, begleitende Behandlung und Rehabilitation einsetzen, da die positiven Effekte die innere und äußere Vitalität gleichermaßen ansprechen. Einige der Gründe, weshalb die Massage praktiziert wird, sind daraufhin:

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  • Aktivierung des Stoffwechsels
  • Stressreduktion
  • Schmerzlinderung
  • Kräftigung des Immunsystems
  • aktiver Lymphfluss
  • verbesserter Gewebestoffwechsel
  • Seelische Entspannung
  • Freisetzung von Endorphinen
  • optimale Sauerstoffversorgung
  • Harmonisierung des vegetativen Nervensystems
  • Kräftigung des Bewegungsapparats
  • mehr Elastizität für Gelenke, Sehnen und Bänder

Die Vorteile liegen darin, dass die Tuina Massage den Organismus immer als Ganzes betrachtet und darum psychische sowie physische Beschwerden parallel zueinander therapiert. Im Zentrum stehen zwar Mobilitätsprobleme, Schwierigkeiten mit dem Muskeltonus und die verminderte Durchblutung, aber es werden ebenso gynäkologische Beschwerden oder Erkrankungen mit neurologischen, inneren und psychosomatischen Ursachen bekämpft.

Unabhängig von den Krankheitsbildern spricht das Konzept der chinesischen Massage dabei akute Symptome genauso an wie chronische, verletzungsbedingte oder degenerative Disharmonien. Wie bei allen Therapien, die den Körper als komplexes System betrachten, sind bei Tuina oftmals mehrere Behandlungsansätze auf die Nachhaltigkeit ausgerichtet. So kann es sein, dass zunächst ein physisches Problem gelindert und dadurch auch die seelische Anspannung oder der Gemütszustand verbessert werden.

Dieselbe Abhängigkeit zeigt sich umgekehrt, weil die innere Balance nicht selten Schlafstörungen oder ein erhöhtes Schmerzempfinden aufhebt. Leider gelten alle Variationen der Tuina Massage als alternative Verfahren, weshalb sie in der westlichen Betrachtungsweise keine wissenschaftlich erwiesene Wirkung haben. Trotz allem ist ihre Effizienz innerhalb der traditionellen chinesischen Medizin von großer Bedeutung. Eine solche Massage hat jedoch auch einige Kontraindikationen, die vor der Anwendung zu berücksichtigen sind.

Tuina Massage Nachteile – mit Vorsicht zur Wirksamkeit

Wer die chinesische Massage in Anspruch nehmen möchte, sollte sich ebenfalls mit den Nebenwirkungen auseinandersetzen, um Probleme zu vermeiden. Immerhin ist nicht jeder Patient für die intensive fernöstliche Behandlung geeignet. Insbesondere Personen, die ein erhöhtes Schmerzempfinden haben, müssen im Vorfeld mit dem Therapeuten sprechen. Tuina kann teilweise recht kraftvoll sein und würde dann schnell als unangenehm empfunden werden. Weiterhin dürfen keine entzündlichen Prozesse vorliegen, da sie den Organismus schwächen und eine Massage den Allgemeinzustand eher verschlimmern würde.

Dies gilt auch für Fieber, bösartige Krebstumore oder bestehende Insuffizienzen der inneren Organe. Außerdem wäre es ratsam, bei starker Osteoporose oder einer erhöhten Anfälligkeit für Blutungen von der Praktik Abstand zu nehmen. Liegt zudem eine Schwangerschaft vor, darf die Tuina Massage ebenfalls nicht angewandt werden. Ohnehin ist es wichtig, mit dem ausübenden Fachpraktiker alle Eventualitäten, den vorherrschenden Gesundheitszustand und bekannte Symptome abzuklären, denn dadurch kann die Fachkraft das Verfahren darauf abstimmen und verhindert Nachteile. Gerade falls eine chronische Erkrankung vorliegt, sollte mit Vorsicht agiert werden. Die chinesische Massage besitzt genügend Grifftechniken, um für jeden Patienten eine passende Anleitung zu nutzen.

Tuina Techniken – Massage mit Flexibilität

Bei einer Tuina Massage finden sich zahlreiche Grifftechniken, die erst in Verbindung miteinander zu einem Behandlungserfolg führen. Deswegen berücksichtigen die Praktiken auch verschiedene Kriterien wie die Empfindsamkeit, das Verhältnis der Leitbahnen und pathogene Einflüsse. Insgesamt zeigen sich über 18 Grundgriffe, denen fast 300 Einzelgriffe unterliegen. Der Masseur hat dafür die Möglichkeit, mit Handflächen, Ballen, Fingerkuppen und Ellenbogen zu arbeiten. Die zwei tragenden Elemente sind allerdings „Tui“ und „na“.

Schieben und Stoßen (Tui): Unter dem Begriff „Tui“ werden alle Techniken zusammengefasst, welche die Meridiane aktivieren, Blut und QI fließen lassen sowie den Körper in Einklang bringen. Hauptsächlich agiert der Therapeut mit flachen Händen, einzelnen Fingern, dem Handrücken oder dem Unterarm und vollzieht schiebende sowie stoßende Bewegungen. Sie werden daraufhin in Untertechniken eingeteilt, darunter Auseinander- und Zusammenschieben.

Greifen, Kneifen, Ziehen (na): Jene Griffe regen die geistige Aktivität an, entspannen die Muskulatur und öffnen die Sinne indem der Experte sedierende Anwendungen des Fünf-Finger-Krallens oder der Drehung von Haut sowie Muskulatur einsetzt. Jeder Therapeut wendet Tuina natürlich nach eigenen Interessen an, weshalb sich die Massage nicht verallgemeinern lässt. Manchmal wandelt die Fachkraft einzelne Techniken auch so ab, dass sie für den Patienten angenehm werden. In der Praxis untersteht die Massage dann einer richtungsweisenden Anleitung.

Tuina Massage Anleitung – Wohlgefühl auf professioneller Basis

Jede Tuina Massage beginnt mit einer umfangreichen Diagnose, die sich an TCM orientiert und vier Methoden beinhaltet:

  • Inspektion/Betrachtung
  • Palpation/Betastung
  • Pulsdiagnose
  • Zungendiagnose

Dazu werden auch Fragen hinsichtlich der Lebensumstände gestellt sowie Geruchs- und Gehörsinn untersucht. Im Anschluss erarbeitet der Therapeut das individuelle Behandlungskonzept, bei welchem er die passenden Techniken, Körperzonen und Meridiane ebenso integriert wie die gesundheitlichen Defizite. In der westlichen Welt ergänzen Chiropraktik, Mobilisation und passive sowie aktive Bewegungstherapien die chinesische Massage, die meistens nur von erfahrenen Spezialisten angewandt wird.

Keine Tuina Massage ist wie die andere, denn sie wird immer dem aktuellen Allgemeinzustand angepasst. In der Regel kommt sie in wiederholten Abständen zum Einsatz, um Regeneration und Harmonisierung zu unterstützen. Ihre Dauer umfasst zwischen 15 bis 20 Minuten je nach Körperregion. Größtenteils handelt es sich aber um Teilkörpermassagen mit kurzer Dauer. Lediglich eine Ganzkörperbehandlung setzt bis zu 60 Minuten voraus. Der Ablauf ist geregelt und startet mit einer Auswahl der richtigen Akkupunkturpunkte. Die werden infolgedessen kreisend, kneifend oder drückend für je zwei Minuten behandelt, während die Schläfen parallel dazu eine Massage erhalten.

Die professionelle Massage integriert dazu noch viele Details in den groben Ablauf. Nach beendeter Technik benötigt der Patient Ruhe und die Triggerpunkte dürfen unter keinen Umständen noch einmal aktiviert werden. Dies würde zu einer Überreizung führen, die Nachteile und schädliche Auswirkungen zur Folge hat. Tuina lässt sich dabei gut mit anderen Therapien aus der traditionellen chinesischen Medizin vereinen, darunter mit der Akkupunktur. Es müssen aber zeitliche Abstände eingehalten werden. Komplettiert wird die Massage am besten von einer ausgiebigen Ruhephase mit rund 15 Minuten. Die fernöstliche Praktik darf inzwischen nicht nur in klassischer Version auftreten, sondern auch als abgewandelte Anwendung.

Chinesische Massage

So finden sich Ausführungen für Kinder und vereinfachte Techniken zur Selbstbehandlung. Letztere setzt aber ein gewisses Maß an Fachkompetenz voraus, damit keine Verschlechterung eintritt. Besser wäre es aber, die Massage von einem ausgebildeten Profi absolvieren zu lassen oder jenen für eine korrekte Anleitung zu konsultieren. Dann erweist sich die Tuina Massage als Bindeglied zwischen uralter chinesischer Heilkunst und modernem Wellnessverfahren, bei welchem Körper, Geist und Seele auf Basis der Meridianlehre zu ihrem Gleichgewicht finden.

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