07. Dezember 2022
Lesezeit ca. 17 Min.

Rolfing ist eine beliebte Art des Faszientrainings, die weit über klassische Übungen für das Bindegewebe hinausgeht; und das ganzheitliche Wohlbefinden sowie eine gesunde Körperhaltung mit einbezieht. Nicht umsonst wird das Konzept mittlerweile in den unterschiedlichsten Zusammenhängen und mit zahlreichen Techniken ausgeführt. Was genau sich hinter dem Begriff Rolfing verbirgt, woher es stammt, welche Vorteile Rolfing hat und wie Sie Rolfing ausführen können, darüber berichten wir Ihnen in unserem heutigen Ratgeber.

Key Facts – Rolfing

  • Einordnung: körperorientierte Methode aus dem Bereich der manuellen Faszienarbeit, ursprünglich als Strukturelle Integration bezeichnet
  • Grundidee: der Körper wird als zusammenhängendes Ganzes betrachtet und nach dem Konzept entlang der Schwerkraft ausgerichtet
  • Ablauf: klassisch eine 10er-Serie, ergänzt durch Bewegungsübungen und Wahrnehmungsarbeit
  • Dauer: eine Sitzung meist 60–90 Minuten, Termine im Abstand von etwa 7–14 Tagen
  • Namensgeberin: die US-Biochemikerin Ida Rolf (1896–1979)
  • Wichtig: die beschriebenen Wirkungen sind traditionelle Vorstellungen des Konzepts und wissenschaftlich nicht belegt; Rolfing ersetzt keine ärztliche Behandlung
  • Hinweis: bei akuten Verletzungen, Entzündungen oder Beschwerden zuerst ärztlich abklären lassen

Was ist Rolfing?

Rolfing beschreibt einen Begriff, der markenrechtlich geschützt ist und für eine Variante der manuellen Körperarbeit steht. Im Ursprung galt das Konzept auch als strukturelle Integration. Dahinter verbirgt sich eine Anwendungsmöglichkeit aus dem Bereich des Faszientrainings, (https://www.wellnessheimstudium.de/fitness-training/faszientraining) die sich auf jenes Fasernetzwerk bezieht und den Organismus in Bezug auf eine senkrechte Linie innerhalb der Schwerkraft durch unterschiedliche Übungen ausrichten soll. Vereinfach gesagt handelt es sich beim Rolfing daher um ein Zusammenspiel aus verschiedenen Praktiken, welche den Körper im Zusammenhang mit seiner Schwerkraft so gut es geht in eine gesunde Haltung bringt. Der Fokus liegt hier ganz klar auf dem Fasziengewebe, wenngleich jedoch der gesamte Körper mit einbezogen wird.

Wie geht Rolfing?

Rolfing hat das Ziel, durch eine Sonderform der Massage Dysbalancen des Bewegungsapparats, Fehlhaltungen und verspannte Muskeln langfristig zu lösen. Hierbei geht es allerdings nicht um eine Behandlung der Muskulatur, sondern um eine Therapie für das umhüllende Fasziengewebe. Rolfing verfolgt dabei die Ansicht, dass verklebte oder verhärtete Faszien dafür verantwortlich sind, dass die Mobilität unseres Körpers beeinträchtigt wird. Daraus resultieren dann Haltungsschäden und weitere negative Begleiterscheinungen wie Schmerzen, die es zu vermeiden gilt. Das Rolfing beschreibt daher ein Verfahren, bei dem es darum geht, dass die Schwerkraft des Körpers wieder neu ausgerichtet wird, um eben dem Stützgewebe mehr Elastizität und Kraft zu verleihen, was Verhärtungen und Verkrampfungen aufheben sowie präventiv verhindern soll.

Wie entstand Rolfing?

Die Technik wurde ursprünglich von der namensgebenden Ida Rolf entwickelt. Sie lebte von 1896 bis 1979 und zählte zu den ersten Frauen, welche in Amerika für die Physiologie und die Biochemie einen Doktortitel erhielt. Durch ihre zahlreichen Studien und die damit verbundene praktische Erfahrung gelang es ihr, ein ganz eigenes System zu entwickeln, um die Haltung des Menschen sanft sowie nachhaltig zu optimieren. Diese Methode wurde von ihr zunächst strukturelle Integration genannt, ist in der heutigen Zeit aber hauptsächlich als Rolfing geläufig.

Worauf basiert Rolfing?

Die Methode beruht auf der Ansicht, dass unser Körper nicht aus zahlreichen Einzelteilen zusammengesetzt wird, die voneinander unabhängig agieren, sondern viel eher einer Gesamtstruktur gleicht. Diese wird über die Jahre unseres Lebens von unterschiedlichen negativen Kriterien beeinflusst, darunter von Bewegungsmangel, Stress, Überbelastungen, Übergewicht, falscher Ernährung oder anderen Faktoren. Zugleich sind mitunter Gewohnheiten in unserer Haltung oder den Bewegungen, die wir absolvieren, von Beginn an falsch erlernt worden oder gehören zu unserer Genetik, was ebenfalls zu Problemen innerhalb des Bewegungsapparats beiträgt. Ferner gelten seelische oder traumatische Indikatoren zu den Aspekten, die sich auf unsere Haltung auswirken. Genau hier setzt das Rolfing an und versucht, mittels gezielter Techniken die gesunde Körperhaltung wieder zu fördern und dadurch auch das ganzheitliche Wohlbefinden des Betreffenden zu unterstützen. Hierbei konzentriert sich Rolfing, wie schon erwähnt, in erster Linie auf das Fasziengewebe, weil das Konzept annimmt, dass jenes Stützgewebe die Hauptverantwortung für unsere Beweglichkeit und Widerstandskraft innerhalb des Körpers besitzt.

Was bewirkt Rolfing?

Rolfing hat unterschiedliche positive Wirkungen, darunter:

  • Verbesserte Körperwahrnehmung
  • Aufrechte, gesunde Haltung
  • Wirbelsäulenentlastung
  • Verringerung von schmerzhaften Verkrampfungen, Muskelblockaden und Verspannungen
  • Steigerung der Mobilität
  • Mehr Freiheit für eine tiefe, gleichmäßige Atmung
  • Lockerung des Fasziengewebes
  • Auflösung von Verfilzungen und Verklebungen der Faszien

Beim Rolfing geht es darum, den Körper als ganzheitliches System zu betrachten, weshalb nicht nur eine Lockerung des Fasziengewbes zu den Zielen gehört, sondern eben auch ein verbessertes Allgemeinbefinden, bei welchem die einzelnen Körperbereiche durch passende Techniken wieder in ihre Ursprungsposition zurückkehren können, um langfristig ein positives Körpergefühl zu begünstigen.

Was bedeutet Rolfing?

Um das Rolfing fachgerecht auszuführen werden die unterschiedlichen Faszienschichten mit langsamen, gezielten Bewegungen am gesamten Körper durch Massagetechniken aktiviert. Der Anwender massiert hierfür sowohl mit den Händen als auch mit den Ellbogen und den Fingern und wechselt mit der Druckbelastung in Abhängigkeit von Faszienschicht, deren Lage und der Beschaffenheit. Im Mittelpunkt steht die Aufgabe, in die Tiefenschichten des Fasziengewebes durchdringen zu können, um das verklebte, verfilzte sowie verhärtete Stützgewebe sanft zu lockern und zugleich mittels vorsichtiger Bewegungsübungen an die passende Stelle im Körper wieder zurück zu schieben. Rolfing setzt sich daher aus der eben erwähnten Massage mit manuellen Techniken und sanften Bewegungsübungen des Betroffenen zusammen.

Wie oft wird Rolfing durchgeführt?

Beim Rolfing handelt es sich meist um mehrere Sitzungen (in etwa 10 und mehr), deren Anzahl von dem Experten festgelegt wird. Eine Anwendung dauert meist zwischen 60 und 90 Minuten, während die gesamte Behandlung einen zeitlichen Intervall von 3 Monaten nicht überschreiten sollte. Während der einzelnen Termine kommt es immer wieder zu einem Wechsel der Schwerpunkte, sodass sowohl die Atmung als auch die Haltung, das Allgemeinbefinden, die Kopfposition oder der Gesamtkontakt zum Boden zentrale Bestandteile der einzelnen Durchführungen sind. Der Anwender nimmt jedes Mal eine erneute Analyse der Haltung und der körpereigenen Strukturen vor, um diese zu dokumentieren und festzuhalten, ob sich Verbesserungen eingestellt haben. Auf Basis von seinem Ergebnis kann er dann die Behandlung einsetzen, die stets liegend beginnt und dann im Wechsel stehend oder sitzend ausgeführt wird.

Ist Rolfing schmerzhaft?

Nein, ein professionell ausgeführtes Rolfing soll keine Schmerzen verursachen. Insofern dies doch der Fall ist, könnte bei der Durchführung etwas falsch gemacht worden sein. Möglich wäre es allerdings, dass Sie einen leichten Schmerzreiz an den Regionen verspüren, welche durch die Praktik angesprochen wurden, zum Beispiel durch Massagen oder Haltungskorrekturen. Dies ist kein Grund zur Sorge, sondern ein typisches Verhalten der Erstverschlimmerung, die einsetzt, wenn der Organismus auf etwas reagiert. Im Falle des Rolfings an besonders verkrampften oder verhärteten Regionen bedeutet es, dass das Fasziengewebe und die körperinternen Strukturen auf die ungewohnten Techniken ansprechen und versuchen, sich aus der fehlerhaften Haltung/Verkrampfung, die sich bereits manifestieren konnte, zu befreien. Ein solcher Schmerz verschwindet meist nach einigen Tagen von alleine wieder. Hier empfiehlt es sich, in der Zeit kein intensives Workout zu betreiben, sondern lediglich auf ein leichtes Training wie Yoga oder Pilates zu setzen, um den Organismus zu entlasten und bei seiner Regeneration zu unterstützen.

Für wen ist Rolfing geeignet?

Rolfing bietet sich für Menschen aus den unterschiedlichsten Zielgruppen an. Das heißt, die Methode kann unabhängig von Alter oder Lebenssituation in Anspruch genommen werden. Das erklärt auch, weshalb die Kunden für ein Rolfing die verschiedensten Beweggründe haben, die sie zu einem Rolfing führen, darunter eine fehlerhafte Körperhaltung, ernsthafte Probleme im Nacken, der Schulterregion oder dem Rücken, Überbeanspruchungen, Unfälle oder auch chronische Verspannungen wie Migräne.

Rolfing -- Rolfing bei Migräne
© vectorfusionart - stock.adobe.com

Wofür eignet sich Rolfing?

Das Verfahren kann die allgemeine Leistungsfähigkeit steigern und insgesamt ein verbessertes Wohlbefinden hervorrufen. Auch zur Optimierung der Körperhaltung, einer besseren Schwerkraft sowie dem Erhalt der Funktionsfähigkeit bietet sich das Rolfing an. Insgesamt wird die Praktik sowohl therapiebegleitend als auch hauptsächlich präventiv eingesetzt, um das Fasziengewebe zu kräftigen und seine Elastizität zu bewahren.

Wird Rolfing von den Krankenkassen bezahlt?

Nein, innerhalb von Deutschland wird das Rolfing bisher von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Anders verhält es sich in den privaten Krankenkassen, denn dort gibt es bei manchen eine Teilerstattung für die Anwendung. Inwiefern dies für Sie infrage käme, darüber sollten Sie sich bei Ihrer zuständigen Krankenkasse informieren. Übrigens, innerhalb der Schweiz werden Rolfing-Anwendungen von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt, denn dort gilt das Konzept unter dem Begriff strukturelle Integration als Teil der sogenannten komplementären Körpertherapien, die anerkannt sind.

Wie teuer ist Rolfing?

Welche Kosten beim Rolfing genau auf Sie zukommen, lässt sich nicht pauschalisieren. Dies richtet sich nach der Dauer und der Anzahl der Sitzungen. Meist nimmt eine Rolfing-Anwendung circa 60-90 Minuten in Anspruch und veranschlagt Preise in Abhängigkeit von dem Aufwand, der Vorerkrankung und dem ausübenden Profi, die Sie im Vorfeld mit jenem besprechen sollten.

Warum wird Rolfing angewandt?

Rolfing kann aus unterschiedlichen Gründen zum Einsatz kommen. Um das mentale und physische Wohlbefinden zu steigern, um chronische Verkrampfungen und Schmerzen zu verringern, um ein gezieltes Faszientraining zu begleiten, die sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern, die Ausdruckskraft der eigenen Bewegungen zu bessern oder die Rehabilitation nach operativen Eingriffen und Verletzungen zu steigern. Rolfing hilft insgesamt, dynamische und flexible Bewegungen ausführen zu können, Ihre Mobilität mit mehr Leichtigkeit auszuüben und Ihren ganzen Organismus zu energetisieren. Weiterhin unterstützt Rolfing die ausbalancierte Haltung des Körpers, was Ihnen langfristig hilft, fehlerhafte Bewegungsmuster frühzeitig zu erkennen und auszugleichen sowie eine Asymmetrie zu vermeiden. Sie lernen, Ihren Körper ökonomisch, fließend sowie mit starken, selbstsicheren Bewegungen zu beherrschen.

Wie wird Rolfing angewandt?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten, Rolfing durchzuführen, nämlich eine klassische Anwendung mit 10 Sitzungen oder neumoderne Konzepte. Bei der traditionellen Variante geht es um eine 10er Serie, bei der Sie in Einzelsitzungen mit den Experten innerhalb von 10 Terminen mit einem Intervall von etwa 7-14 Tagen rund 60 Minuten trainieren. Diese Sitzungen werden immer in drei verschiedene Bereiche aufgesplittet. So beinhalten die ersten drei Sitzungen eine Therapie der oberflächlichen Faszien. Die 4-7 Anwendung konzentriert sich auf die tieferen Faszien und darauf, Ihren Körper in Bezug auf die vertikale Achse zu organisieren, während sich die letzten Sitzungen damit beschäftigen, Ihren Körper korrekt auszurichten und Ihre Flexibilität sowie den Ausgleich der Bewegungen zu steigern. Vorab geht es dann noch um ein ausführliches Anamnesegespräch, bei welchem sich der Experte nach Ihrem aktuellen Gesundheitszustand erkundigt. Obendrein wird er sich ein Bild davon machen, welche Atmung Sie haben, wie Sie gehen und stehen, wie Ihre Haltung ist, ob Sie entspannt liegen können und wie sich Ihr Fasziengewebe insgesamt darstellt.

In dem Zusammenhang fordert Sie der Profi meist auf, einige kleinere Übungen auszuführen, um zu erkennen, wie Ihr Bewegungsspielraum ist. Bei modernen Anwendungen liegt der Fokus eher darauf, alternative Bewegungsmuster zu ergründen und verschiedene Bereiche wie Atmung sowie das Gehen oder auch komplexe Koordinationen zu erzielen, damit Sie insgesamt Ihre Bewegungsabläufe besser ausführen können und die Faszien über klassische Faszienrolle Übungen hinaus kräftigen.

Noch mehr Anregungen über das Rolfing und Möglichkeiten, Ihre Faszien zu kräftigen, bietet Ihnen natürlich die Ausbildung zum Faszientrainer (https://www.swav-berlin.de/online-lehrgang-faszientrainer-in)

Rolfing ist damit eine gewinnbringende und vielfältige Art, Ihre Faszien nachhaltig zu kräftigen und ihre natürliche Funktionsfähigkeit sowie Ihre gesamte Haltung zu verbessern.

Wann Rolfing nicht geeignet ist – Grenzen und Sicherheit

So vielseitig Rolfing im Rahmen von Wellness und Körperarbeit eingesetzt wird, so wichtig ist ein realistischer Blick auf seine Grenzen. Rolfing ist kein medizinisches Heilverfahren, sondern eine körperorientierte Methode, deren zugeschriebene Wirkungen auf traditionellen Vorstellungen des Konzepts beruhen und wissenschaftlich nicht belegt sind. Es kann eine ärztliche Untersuchung, eine gesicherte Diagnose oder eine notwendige Therapie nicht ersetzen. Wer unter Beschwerden leidet, sollte deren Ursache deshalb immer zuerst ärztlich abklären lassen, bevor er über ergänzende Anwendungen wie Rolfing nachdenkt.

Bestimmte Situationen sprechen klar gegen eine Anwendung. Bei akuten Verletzungen, frischen Operationen, Entzündungen, Fieber oder starken, unklaren Schmerzen ist von Rolfing abzuraten, da Druck und intensive manuelle Arbeit hier mehr schaden als nützen können. Auch bei Erkrankungen, die eine ärztliche Behandlung erfordern, ist Zurückhaltung geboten. In den folgenden Fällen sollten Sie vor einer Sitzung ärztlichen Rat einholen:

  • akute Verletzungen, Prellungen, Zerrungen oder frische Wunden
  • Entzündungen, Fieber oder akute Infekte
  • Thrombosen, Gefäßerkrankungen oder Gerinnungsstörungen
  • Schwangerschaft
  • chronische Erkrankungen, die in ärztlicher Behandlung sind
  • unklare oder anhaltende Schmerzen

Wichtig ist außerdem die Qualifikation der durchführenden Person. Achten Sie auf eine seriöse Ausbildung, ein transparentes Vorgespräch und eine ehrliche Kommunikation über das, was die Methode leisten kann – und was nicht. Eine gute Fachkraft wird keine Heilversprechen abgeben, sondern Rolfing als das einordnen, was es ist: eine begleitende, körperbezogene Methode. Sprechen Sie im Vorgespräch offen über Vorerkrankungen, aktuelle Medikamente und frühere Verletzungen, damit die Anwendung entsprechend angepasst oder gegebenenfalls abgesagt werden kann.

Auch während einer Sitzung gilt: Ihr Körpergefühl entscheidet mit. Melden Sie unangenehmen oder scharfen Druck sofort zurück, denn Rolfing soll kein Aushalten von Schmerz bedeuten. Wenn Sie nach einer Anwendung ungewohnte Beschwerden bemerken, die nicht innerhalb weniger Tage abklingen, ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Bei ehrlicher Erwartungshaltung und mit ärztlicher Begleitung im Hintergrund lässt sich Rolfing so als eine von vielen Möglichkeiten der bewussten Körperarbeit nutzen, ohne notwendige medizinische Schritte zu ersetzen.

Fazit

Rolfing – ursprünglich als Strukturelle Integration bekannt – ist eine körperorientierte Methode, die Faszienarbeit mit Bewegungs- und Wahrnehmungsübungen verbindet und den Körper nach ihrem Konzept entlang der Schwerkraft ausrichten möchte. Klassisch erfolgt die Anwendung über eine aufeinander aufbauende Serie von Sitzungen. Wichtig zu wissen: Die dem Konzept zugeschriebenen Wirkungen auf Haltung, Faszien und Wohlbefinden beruhen auf traditionellen Vorstellungen und sind wissenschaftlich nicht belegt. Rolfing ist kein Heilverfahren, behandelt keine Krankheiten und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei akuten Beschwerden, Verletzungen oder Entzündungen wenden Sie sich bitte zuerst an eine Ärztin oder einen Arzt. Wenn Sie tiefer in die Arbeit mit dem Fasziengewebe einsteigen möchten, finden Sie in unseren weiterführenden Ratgebern viele Anregungen.

Häufige Fragen zu Rolfing

Was ist Rolfing eigentlich?

Rolfing ist ein markenrechtlich geschützter Begriff für eine Form der manuellen Körperarbeit, die ursprünglich Strukturelle Integration hieß. Im Mittelpunkt steht das Fasziengewebe. Nach dem Konzept soll der Körper über mehrere Sitzungen entlang der Schwerkraft ausgerichtet werden. Diese Vorstellungen sind traditionell begründet und wissenschaftlich nicht belegt. Rolfing ist kein Heilverfahren und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung.

Wie viele Sitzungen umfasst eine Rolfing-Serie?

Klassisch wird Rolfing als sogenannte 10er-Serie angeboten. Dabei finden zehn Einzeltermine im Abstand von etwa 7 bis 14 Tagen statt. Jede Sitzung dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Die Termine bauen aufeinander auf: Zunächst stehen oberflächlichere Faszienschichten im Fokus, später die tiefer liegenden Bereiche und die Abstimmung der Bewegungsabläufe. Die genaue Anzahl legt die durchführende Person individuell fest.

Ist Rolfing schmerzhaft?

Eine fachgerecht ausgeführte Anwendung soll keine starken Schmerzen verursachen. An verspannten Regionen kann ein leichter Druckreiz spürbar sein, der meist nach kurzer Zeit nachlässt. Bei anhaltenden oder starken Schmerzen sollten Sie die Anwendung abbrechen und die Ursache ärztlich abklären lassen. Rolfing ist nicht für die Behandlung akuter Verletzungen oder Entzündungen gedacht.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Rolfing?

In Deutschland zahlen die gesetzlichen Krankenkassen Rolfing nach derzeitigem Stand nicht. Einzelne private Kassen erstatten unter Umständen einen Teil der Kosten. Ob und in welchem Umfang eine Erstattung möglich ist, klären Sie am besten direkt mit Ihrer Krankenkasse. Die Preise pro Sitzung hängen von Dauer, Aufwand und der ausübenden Person ab und sollten vorab besprochen werden.

Für wen ist Rolfing nicht geeignet?

Rolfing ist keine medizinische Behandlung und nicht für akute Beschwerden gedacht. Bei akuten Verletzungen, Entzündungen, Fieber, frischen Operationen, Thrombosen oder unklaren Schmerzen sollten Sie darauf verzichten und zunächst ärztlichen Rat einholen. Auch in der Schwangerschaft oder bei chronischen Erkrankungen ist eine vorherige ärztliche Rücksprache sinnvoll. Rolfing kann eine notwendige medizinische Diagnose und Therapie nicht ersetzen.

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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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