Ohrakupressur und Reflexzonen-Massage
Die Ohrakupressur ist ein traditionelles Entspannungs- und Wohlfühlverfahren aus der Reflexzonen- und Akupunkturlehre. Dabei werden bestimmte Punkte am Ohr mit sanftem Fingerdruck oder einem Akupressurstab stimuliert. Viele Menschen empfinden die kleine Ohr-Massage als wohltuend und beruhigend. Eine über die Entspannung hinausgehende Wirkung ist wissenschaftlich allerdings nicht eindeutig belegt – verstehen Sie die Methode daher als Wohlfühlritual, nicht als Ersatz für eine ärztliche Behandlung.
Key Facts – Ohrakupressur
- Was: sanfte Stimulation traditioneller Reflexzonen am Ohr durch Fingerdruck statt durch Nadeln.
- Herkunft: Reflexzonenlehre und traditionelle chinesische Medizin (TCM); die nadelbasierte Ohrakupunktur gilt als „große Schwester".
- Ziel: Entspannung, Wohlbefinden und ein kleines Ruheritual für zwischendurch.
- Hilfsmittel: die eigenen Finger oder ein Akupressurstab aus Edelstahl, Holz oder Rosenquarz.
- Dauer & Frequenz: je Punkt einige Sekunden bis wenige Minuten, nach Bedarf wiederholbar.
- Vorsicht: nicht bei entzündetem oder verletztem Ohr; ersetzt keine ärztliche Behandlung. Eine medizinische Wirkung ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.
Menschliches Ohr – Sinnesorgan mit traditionellen Reflexzonen
Das Ohr zählt zu den Sinnesorganen, die dafür verantwortlich sind, Geräusche und Töne wahrzunehmen. Ferner beinhaltet das Ohr ein wichtiges Gleichgewichtsorgan des Menschen und – in der Vorstellung der Reflexzonenlehre – viele Punkte, die traditionell bestimmten Körperregionen zugeordnet werden. Die auditive Wahrnehmung wird dabei von Bestandteilen des Ohrs wie dem Hörnerv, Innen-, Außen- sowie Mittelohr und den dazugehörigen Stationen im zentralen Nervensystem gesteuert. In Fachkreisen nennt sich ein solcher Komplex auch das Hörsystem.
Anatomisch lässt sich das Ohr klar gliedern. Bevor wir uns den traditionellen Reflexzonen widmen, lohnt ein Blick auf diese drei Grundbereiche, denn die Ohrakupressur findet vor allem am gut zugänglichen Außenohr statt.
Reflexzonen finden sich nicht nur am Ohr: Auch der Fuß gilt als Landkarte des Körpers – eine wohltuende Fußmassage spricht diese Zonen gezielt an.
- Das Außenohr für die Aufnahme und Koordination des Schalls
- Das Mittelohr für die Signalübertragung zwischen Außen- und Innenohr
- Das Innenohr, welches das Gleichgewichtsorgan beinhaltet und Schallwellen in Nervenimpulse umwandelt
Schon im Altertum spielte das Ohr in verschiedenen Behandlungstraditionen eine Rolle. Führende Heilkundige der Vergangenheit arbeiteten nach dem Gedanken der Reflexzonen und nutzten das Ohr, um indirekt andere Körperpartien anzusprechen. Überliefert sind etwa Aderlässe hinter dem Ohr im 18. Jahrhundert sowie noch ältere Beschreibungen von Ohr-Anwendungen aus verschiedenen Kulturkreisen. Diese historischen Berichte sind kulturhistorisch interessant, sollten aus heutiger Sicht aber nicht als Beleg für eine medizinische Wirksamkeit missverstanden werden. Sie zeigen vielmehr, wie selbstverständlich das gut erreichbare, fein strukturierte Ohr seit jeher als Ort sanfter Zuwendung galt.
Ein bekanntes Bild aus der Reflexzonenlehre vergleicht das Ohr mit einem auf dem Kopf liegenden Embryo: Das Ohrläppchen steht sinnbildlich für den Kopf, die übrigen Bereiche für Rumpf und Gliedmaßen. Diese anschauliche Zuordnung erklärt, warum das Ohr als kompaktes „Mini-Abbild" des Körpers gilt – und damit zur traditionellen Grundlage für Verfahren wie Akupunktur und Akupressur wurde. Auch die über 2000 Jahre alten Schriften der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) berichten von solchen Punkten am Ohr.
Wichtig ist dabei die richtige Einordnung dieses Embryo-Modells: Es handelt sich um eine bildhafte Vorstellung, die das Erlernen und Auffinden der Punkte erleichtern soll – nicht um eine anatomisch nachweisbare Landkarte des Körpers im Ohr. Genau diese Anschaulichkeit hat dazu beigetragen, dass sich die Ohr-Anwendungen über viele Kulturen hinweg verbreitet und gehalten haben. Für Sie als Anwenderin oder Anwender bedeutet das vor allem eines: Sie können die Ohrmuschel als angenehm zu erkundendes, gut erreichbares Areal für ein kleines Entspannungsritual nutzen, ohne sich Druck wegen der „richtigen" Stelle zu machen.
Reflexzonen-Konzept – die traditionelle Grundlage
Reflexzonenmassagen gehen in ihrer modernen westlichen Form auf William Fitzgerald zurück, einen Mediziner aus den USA, der die Technik im frühen 20. Jahrhundert popularisierte. Er beschrieb eine gedachte Verbindung zwischen Zonen an Füßen, Händen und Ohren und einzelnen Körperregionen. Die speziell auf das Ohr ausgerichtete Methode wurde später vor allem durch den französischen Arzt Paul Nogier geprägt, auf den das heute verbreitete Ohr-Punkte-Schema maßgeblich zurückgeht. Diese historischen Wurzeln erklären, warum sich rund um das Ohr ein so detailliertes traditionelles Punkte-System entwickelt hat.
Nach dieser Vorstellung sollen über die Stimulation einer Reflexzone Impulse an die zugeordnete Körperstelle weitergegeben werden. Klassische Reflexzonen-Anwendungen finden vor allem an den Füßen statt, weil dort viel Fläche zur Verfügung steht; die Ohrakupressur überträgt denselben Grundgedanken auf das deutlich kleinere, aber gut zugängliche Ohr. In der TCM wird dieses Modell zusätzlich mit der Vorstellung von Meridianen und der Lebensenergie „Qi" verbunden, die frei fließen soll. Auch das ist ausdrücklich als traditionelles Erklärungsmodell zu verstehen.
Wichtig ist die Einordnung: Eine wissenschaftlich gesicherte anatomische oder physiologische Grundlage für diese „Leitbahnen" gibt es nicht. Untersuchungen führen das gute Gefühl nach einer Anwendung in erster Linie auf die Entspannung und die angenehme, achtsame Berührung selbst zurück. Das schmälert den Wohlfühl-Charakter der Methode keineswegs – es ordnet ihn nur ehrlich ein.
Aus diesem Reflexzonen-Gedanken entwickelte sich die Ohrakupressur als kompakte Variante, die sich auf das Ohr konzentriert. Sie lässt sich besonders gut in den Alltag integrieren, weil das Ohr leicht erreichbar ist, keine besondere Lagerung erfordert und Sie die kleine Massage praktisch überall durchführen können – ob als kurze Pause im Homeoffice oder als Ritual am Abend.
Akupressur am Ohr – die moderne, sanfte Variante
Die Ohrakupressur gehört zu den traditionellen Reflexzonen-Verfahren. Die Punkte am Ohr stehen dabei sinnbildlich für unterschiedliche Körperbereiche. Ihr Ursprung liegt in der Ohrakupunktur, die häufig als „große Schwester" der Akupressur bezeichnet wird.
Der entscheidende Unterschied: Bei der Akupressur erfolgt die Stimulation ohne Nadeln, allein durch sanften Druck, leichtes Kneten, Reiben oder feine Klopfbewegungen mit den Fingern oder einem Akupressurstab. Genau das macht das Verfahren so niederschwellig und für ein Entspannungsritual zu Hause geeignet. Über die Jahrhunderte entstanden viele regionale Ausprägungen; allen gemeinsam ist der Gedanke, mit gezielter, sanfter Berührung zur Ruhe zu kommen.
Im Vergleich zu einer großen Ganzkörper-Reflexzonenmassage ist die Ohrakupressur räumlich klar begrenzt: Sie konzentriert sich auf das Außenohr und kommt deshalb mit wenig Zeit und ganz ohne Hilfsmittel aus. Diese Reduktion ist kein Nachteil, sondern der eigentliche Reiz – die Anwendung ist schnell erlernt, jederzeit verfügbar und lädt dazu ein, bewusst einen Moment innezuhalten. Wer mag, kombiniert die Ohr-Massage mit ruhiger Atmung und schafft sich so eine verlässliche kleine Pause im Tag.

Bekannte traditionelle Ohr-Punkte im Überblick
In der Reflexzonenlehre werden dem Ohr zahlreiche Punkte zugeordnet. Die folgende Übersicht stellt einige bekannte, traditionell beschriebene Zonen vor. Verstehen Sie diese ausdrücklich als traditionelle Zuordnung aus der Reflexzonen- und Akupunkturlehre – nicht als belegte medizinische Wirkung. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist immer eine ärztliche Abklärung der richtige Weg.
- Shen Men („Tor des Geistes"): der wohl bekannteste Punkt, traditionell mit innerer Ruhe und Entspannung in Verbindung gebracht.
- Punkt für den oberen Rücken- und Schulterbereich: liegt weiter oben an der Ohrmuschel und wird traditionell mit Spannungsgefühlen im Schulter-Nacken-Bereich assoziiert.
- Zone am Ohrläppchen: in der Reflexzonenlehre dem Kopfbereich zugeordnet und gern als sanfter Punkt zum Loslassen genutzt.
- Punkte rund um die Ohrmuschelfalten: werden traditionell mit allgemeinem Wohlbefinden und Gelassenheit in Verbindung gebracht.
- Vegetativer „Beruhigungs"-Bereich: traditionell mit dem Gefühl von Ausgeglichenheit und ruhigem Atem assoziiert.
Sie müssen die Lage dieser Punkte nicht millimetergenau treffen. Für ein Entspannungsritual genügt es, die Ohrmuschel langsam und aufmerksam abzutasten und dort sanft zu verweilen, wo sich die Berührung angenehm anfühlt. Der bekannteste dieser Punkte, Shen Men, liegt traditionell im oberen Bereich der Ohrmuschel in einer kleinen Vertiefung und wird in der Reflexzonenlehre besonders gern als „Punkt für innere Ruhe" beschrieben – ein guter Startpunkt, wenn Sie das Verfahren in Ruhe kennenlernen möchten.
Halten Sie sich vor Augen, dass es bei dieser Übersicht um Tradition und nicht um Diagnose geht. Die genannten Zuordnungen erklären, wie die Reflexzonenlehre das Ohr „liest" – sie sind aber kein Versprechen, dass das Drücken einer bestimmten Stelle ein konkretes körperliches Problem beeinflusst. Genießen Sie die Anwendung als das, was sie ist: eine bewusste, wohltuende Zuwendung zu sich selbst.
Kontraindikationen – wann Sie die Ohrakupressur besser nicht anwenden
So sanft die Methode auch ist – es gibt Situationen, in denen Sie auf die Ohr-Massage verzichten oder vorher Rücksprache halten sollten. Die folgenden Punkte sind keine vollständige medizinische Beratung, sondern allgemeine Vorsichtshinweise. Im Zweifel klären Sie die Anwendung bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
- Entzündetes, gerötetes oder schmerzendes Ohr
- Verletzungen, offene Stellen oder Hauterkrankungen am Ohr
- Frische Ohr-Piercings oder noch nicht verheilte Stichkanäle
- Akute Erkrankungen, Fieber oder unklare Beschwerden – hier zuerst ärztlich abklären
- In der Schwangerschaft zurückhaltend und nur nach ärztlicher Rücksprache
Grundsätzlich gilt: Die Ohrakupressur ist ein Wohlfühlverfahren und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Treten Beschwerden auf oder halten sie an, ist der Gang zur Ärztin oder zum Arzt der richtige und wichtige Schritt – ein Entspannungsritual darf das nie verzögern.
Mein Rat aus über 20 Jahren Praxis als staatlich anerkannter Therapeut: Das Ohr ist überraschend empfindlich – arbeiten Sie immer mit sehr sanftem Druck und niemals mit Gewalt. Nehmen Sie sich die paar Minuten bewusst als kleine Auszeit: ruhig sitzen, tief atmen, die Ohrmuschel langsam erkunden. Verstehen Sie es als Entspannungsritual für zwischendurch, nicht als Behandlung einer Krankheit. Wenn etwas zwickt, drückt oder unangenehm ist, hören Sie sofort auf. Und bei echten Beschwerden gilt für mich immer derselbe Grundsatz: erst zum Arzt, dann entspannen.
Selbstanwendung Schritt für Schritt
Die Ohrakupressur lässt sich gut allein durchführen, solange Sie sanft vorgehen und auf die Vorsichtshinweise achten. Die folgende Anleitung beschreibt ein einfaches Entspannungsritual. Es geht dabei nicht um Präzision, sondern um eine ruhige, achtsame Berührung.
- Ruhig ankommen: Setzen Sie sich bequem hin, atmen Sie einige Male tief durch und reiben Sie Ihre Hände kurz warm.
- Punkt ertasten: Tasten Sie die Ohrmuschel langsam mit Daumen und Zeigefinger ab und suchen Sie eine Stelle, die sich angenehm anfühlt.
- Sanften Druck aufbauen: Üben Sie nur leichten, gut auszuhaltenden Druck aus – nie schmerzhaft.
- Kurz halten: Halten Sie den sanften Druck einige Sekunden, während Sie ruhig weiteratmen.
- Lösen: Lassen Sie langsam wieder locker und spüren Sie kurz nach.
- Wiederholen: Wiederholen Sie die sanfte Berührung an derselben oder einer anderen angenehmen Stelle, nach Wunsch an beiden Ohren.
- Ausklingen lassen: Bleiben Sie zum Abschluss noch einen Moment ruhig sitzen und genießen Sie die Entspannung.
Ein Akupressurstab kann das Ertasten erleichtern, ist aber kein Muss – Ihre Finger genügen vollkommen. Wenn Ihnen das Verfahren gefällt, können Sie es als kleines tägliches Ruheritual etablieren, etwa als bewussten Übergang vom Arbeitstag in den Feierabend. Viele Menschen verbinden die Ohr-Massage mit ein paar tiefen Atemzügen oder einer kurzen Stille und machen daraus eine verlässliche Mini-Pause, die sich überallhin mitnehmen lässt.
Hilfsmittel – der Akupressurstab
Am einfachsten gelingt die Ohrakupressur mit den eigenen Fingern. Wer es etwas gezielter mag, greift zu einem Akupressurstab. Bevor wir die Materialien aufzählen, kurz zur Funktion: Der Stab ist ein schmaler Stift mit einer abgerundeten Kugel am Ende, die in verschiedenen Durchmessern erhältlich ist und ein präzises, punktuelles Ertasten ermöglicht.
- Edelstahl: robust, leicht zu reinigen und angenehm kühl auf der Haut
- Holz: warm im Griff und besonders sanft im Kontakt
- Rosenquarz oder andere Steine: beliebt im Wellnessbereich für ein wertiges Anwendungsgefühl
Achten Sie beim Kauf auf eine glatte, gut verarbeitete Oberfläche ohne scharfe Kanten und auf eine angenehme Größe der Kugel: Eine etwas größere Kugel verteilt den Druck sanfter und ist daher gerade für Einsteigerinnen und Einsteiger empfehlenswert. Reinigen Sie den Stab nach jeder Anwendung, idealerweise mit warmem Wasser und etwas milder Seife. Wichtig bleibt auch hier: Der Stab ersetzt keine Sorgfalt – er macht die Berührung lediglich präziser, nicht intensiver. Arbeiten Sie stets behutsam, gerade am empfindlichen Ohr, und legen Sie den Stab sofort beiseite, wenn sich etwas unangenehm anfühlt.

Was Sie erwarten können – Häufigkeit und Dauer
Die meisten Menschen empfinden während der Ohrakupressur ein angenehmes, leicht wärmendes Gefühl an der Ohrmuschel und insgesamt eine spürbare Entspannung. Das ist die typische Reaktion auf eine ruhige, achtsame Berührung – und genau darum geht es bei diesem Wohlfühlverfahren.
Bevor Sie loslegen, hier ein paar realistische Orientierungspunkte zu Dauer und Rhythmus:
- Dauer pro Punkt: einige Sekunden bis wenige Minuten – ganz nach Ihrem Empfinden
- Gesamtdauer: oft schon eine kleine Auszeit von fünf bis zehn Minuten
- Häufigkeit: nach Bedarf, gern auch täglich als kleines Ruheritual
- Nachklang: kurz nachruhen, damit die Entspannung wirken kann
Manche Menschen spüren bei der Anwendung kurzzeitig ein leichtes Ziehen oder einen warmen Reiz an einer bestimmten Stelle – das ist nichts Ungewöhnliches und sollte rasch wieder nachlassen. Bleibt ein Druck unangenehm oder schmerzt das Ohr, ist das Ihr Signal, sofort lockerzulassen und sanfter zu arbeiten. Hören Sie konsequent auf Ihr Körpergefühl; bei der Ohrakupressur gilt mehr denn je „weniger ist mehr".
Setzen Sie sich auch nicht unter Erwartungsdruck. Eine über die Entspannung hinausgehende Wirkung ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, und gerade die ruhige, absichtslose Zuwendung ist oft das Entscheidende. Wenn Ihnen die kleine Ohr-Massage guttut und Sie sich danach entspannter, geerdeter oder einfach ein wenig ruhiger fühlen, hat sie als Wohlfühlritual ihren Zweck bereits erfüllt. Genau dafür ist sie gedacht.
Zu Hause oder in der Praxis – wo wird die Ohrakupressur angeboten?
Die Ohrakupressur ist eines der wenigen Wohlfühlverfahren, das Sie problemlos selbst durchführen können – und das ist Teil ihres Charmes. Daneben begegnet sie Ihnen aber auch in professionellen Umfeldern, in denen sie meist als ergänzendes Entspannungsangebot eingesetzt wird. Bevor Sie sich für einen Rahmen entscheiden, hilft ein kurzer Überblick über die typischen Settings.
- Zu Hause: als kleines Ruheritual mit Fingern oder Akupressurstab, jederzeit und kostenlos
- Wellness- und Kosmetikbereich: häufig als entspannender Baustein innerhalb einer größeren Massage oder Gesichtsbehandlung
- Praxen mit Reflexzonen-Schwerpunkt: als Teil eines Entspannungskonzepts durch geschulte Fachkräfte
Welcher Rahmen für Sie passt, hängt vor allem davon ab, ob Sie das Verfahren in den Alltag einbauen oder sich ganz bewusst verwöhnen lassen möchten. Für den Einstieg und für die regelmäßige kleine Auszeit ist die Selbstanwendung zu Hause meist die einfachste und entspannteste Lösung. Wenn Sie ohnehin eine professionelle Massage genießen, fragen Sie ruhig, ob eine sanfte Ohr-Behandlung dazugehört.
Ohrakupressur und Ohrakupunktur – wo liegt der Unterschied?
Beide Verfahren arbeiten mit denselben traditionell beschriebenen Punkten am Ohr, unterscheiden sich aber grundlegend in der Art des Reizes und darin, wer sie anwenden darf. Die folgende Gegenüberstellung hilft Ihnen, die passende Variante einzuordnen.
| Kriterium | Ohrakupressur | Ohrakupunktur |
|---|---|---|
| Reiz | sanfter Fingerdruck oder Akupressurstab | feine Nadeln |
| Invasivität | nicht-invasiv, ohne Hautdurchdringung | invasiv, Nadel durchdringt die Haut |
| Wer wendet es an | auch als Selbstanwendung durch Laien möglich | nur ausgebildete Fachperson (z. B. Heilpraktiker oder Arzt) |
| Empfinden | sanfter Druck, angenehme Wärme | kurzer Einstich, ggf. leichtes Ziehen |
| Typischer Einsatz | Entspannungs- und Wohlfühlritual | traditionelles Therapieverfahren in Fachhand |
| Aufwand | jederzeit zu Hause möglich | Termin in der Praxis nötig |
| Hygiene | Hände waschen, Stab reinigen | steriles Nadelmaterial erforderlich |
Für ein entspannendes Ritual zu Hause ist die nicht-invasive Ohrakupressur die naheliegende Wahl: Sie kommt ohne Termin, ohne Nadeln und ohne Risiko aus und lässt sich beliebig oft sanft wiederholen. Die nadelbasierte Ohrakupunktur gehört dagegen ausschließlich in fachkundige Hände, weil sie die Haut durchdringt und entsprechende Hygiene sowie Fachwissen voraussetzt. Beide Varianten teilen denselben traditionellen Hintergrund – unterscheiden sich aber deutlich darin, wie viel Vorsicht und Ausbildung sie erfordern.
Fazit
Die Ohrakupressur ist ein sanftes, traditionsreiches Entspannungsverfahren, das sich leicht und ohne großen Aufwand zu Hause umsetzen lässt. Mit den Fingern oder einem Akupressurstab stimulieren Sie ausgewählte Punkte der Ohrmuschel und gönnen sich damit eine kleine, achtsame Auszeit. Verstehen Sie die Methode als Wohlfühlritual: Eine über die Entspannung hinausgehende medizinische Wirkung ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, und bei Beschwerden bleibt die ärztliche Abklärung unverzichtbar.
Wenn Sie tiefer in entspannende Berührungstechniken einsteigen möchten, finden Sie passende Massage-Anleitungen für zu Hause. Wer es lieber Schritt für Schritt am Bildschirm lernt, schaut sich unsere Massage-Techniken als Video, DVD & Stream an.
Häufige Fragen zur Ohrakupressur
Wie wirkt Ohrakupressur – und ist die Wirkung belegt?
Bei der Ohrakupressur werden traditionell beschriebene Punkte am Ohr mit sanftem Druck stimuliert. Viele Menschen empfinden das als wohltuend und entspannend. Eine über die Entspannung hinausgehende medizinische Wirkung ist wissenschaftlich allerdings nicht eindeutig belegt. Verstehen Sie das Verfahren daher als Wohlfühlritual und nicht als Behandlung von Krankheiten.
Kann ich Ohrakupressur selbst anwenden?
Ja. Da die Ohrakupressur nicht-invasiv ist und ohne Nadeln auskommt, eignet sie sich gut für die sanfte Selbstanwendung zu Hause. Wichtig ist, behutsam vorzugehen, nur leichten Druck auszuüben und die Vorsichtshinweise zu beachten. Bei Beschwerden klären Sie diese bitte zuerst ärztlich ab.
Was ist der Unterschied zur Ohrakupunktur?
Die Ohrakupressur arbeitet mit sanftem Fingerdruck oder einem Akupressurstab und durchdringt die Haut nicht. Die Ohrakupunktur setzt dagegen feine Nadeln ein und ist ein invasives Verfahren, das ausschließlich von ausgebildeten Fachpersonen wie Heilpraktikern oder Ärzten durchgeführt werden sollte.
Wann sollte ich die Ohrakupressur nicht anwenden?
Verzichten Sie bei entzündetem, verletztem oder schmerzendem Ohr, bei Hauterkrankungen am Ohr sowie bei frischen Ohr-Piercings. Bei akuten Erkrankungen, Fieber oder unklaren Beschwerden und in der Schwangerschaft sollten Sie vorher ärztlichen Rat einholen. Die Ohrakupressur ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Wie oft und wie lange wende ich Ohrakupressur an?
Pro Punkt genügen meist einige Sekunden bis wenige Minuten, eine ganze Anwendung dauert oft nur fünf bis zehn Minuten. Sie können das Ritual nach Bedarf durchführen, gern auch täglich. Lassen Sie sich von Ihrem eigenen Empfinden leiten und hören Sie auf, sobald sich etwas unangenehm anfühlt.
Welche Hilfsmittel brauche ich – ist ein Akupressurstab nötig?
Nötig ist gar nichts außer Ihren Fingern. Ein Akupressurstab aus Edelstahl, Holz oder Rosenquarz kann das punktgenaue Ertasten erleichtern, ist aber kein Muss. Achten Sie auf eine glatte Oberfläche und reinigen Sie den Stab nach jeder Anwendung.
Quellen & Weiterführende Literatur
Lesetipp: Akupressur lässt sich auch an anderen Körperstellen nutzen – einen Überblick über die wichtigsten Akupressurpunkte der Hand finden Sie in unserem Ratgeber.

