Tiefengewebsmassage: Wirkung & Anwendung

Tiefengewebsmassage Definition – intensive Praktik mit vielschichtiger Wirkung

Eine Tiefengewebsmassage ist eine Form der Bindegewebsmassagen, bei denen die Dysbalancen im Körper therapiert werden können.  Die Massagen für das Bindegewebe entstammen dabei einer langen Tradition, denn sie wurden schon 1929 entdeckt und gelten seither als alternativmedizinisches Wellnessprinzip, bei dem über Techniken für die Faszien, Ober- und Unterhaut eine Stimulation der tiefen Gewebeschichten erfolgt, welche nachhaltig die Gesundheit des Einzelnen verbessern kann. Der Fachbegriff der heute bekannten Tiefengewebsmassage lautet daraufhin Deep Tissue Massage, was aus dem Englischen stammt und übersetzt tiefliegendes Bindegewebe bedeutet. Jene Betitelung weist bereits auf die Besonderheit des Verfahrens hin, denn eine Deep Tissue Massage fokussiert sich primär auf das Tiefengewebe, um es effektiv zu rehabilitieren.

Dabei eignet sich eine solche Anwendung für verletzungsbedingte sowie chronische Schmerzen, die durch Blockaden, Verhärtungen oder Störungen der Gewebeschichten hervorgerufen werden, welche die Muskulatur und die Gelenke zusammenführen. Eine Tiefengewebsmassage soll diesbezüglich mittels spezieller Techniken dafür sorgen, dass der gesamte Bewegungsapparat stabiler, mobiler und leistungsfähiger wird, während auch mentale Beschwerden wie Depressionen oder seelische Anspannung durch die innovative Praktik verringert werden. Deep Tissue wird darum oft innerhalb einer ausdauernden Sportmassage angewandt und konnte sich inzwischen einen festen Platz innerhalb der verschiedenen Wellnesstechniken sichern.

Dennoch darf die Technik keinesfalls mit einer erholsamen Methodik zur ganzheitlichen Entspannung wie der Shiatsu Massage verglichen werden, denn Deep Tissue Anwendungen beruhen auf der Ausübung von hohem Druck und dynamischen Bewegungen. Letztere sind dafür verantwortlich, dass die Massage ihre Wirkung freisetzen kann, da eine Tiefengewebsbehandlung einem individuellen Therapieprinzip folgt, welches sie von anderen Praktiken abhebt.

Deep Tissue Prinzip – Lockerung des Bindegewebes für körperliche und psychische Vitalität

Die Tiefengewebsmassage bezieht sich, wie bereits erwähnt, auf das tiefliegende Binde- sowie Stützgewebe, auch Fasziengewebe genannt, welches im gesamten Körper zu finden ist. Hierbei hat es die Aufgabe, über myofasziale Leitbahnen alle Gelenke, Knochen, Sehnen sowie Muskelgruppen miteinander zu verbinden, was die Festigkeit und Form der Muskulatur gewährleistet, aber genauso dafür sorgt, dass unser Bewegungsapparat mobil, widerstandsfähig sowie gesund bleibt. Würde das Fasziengewebe hingegen nicht vorhanden sein, könnten wertvolle Funktionen des Körpers nicht korrekt ausgeführt werden und der gesamte Bewegungsapparat wäre instabil.

Insofern die Faszien also in irgendeiner Weise beeinträchtigt sind, hat dies einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden des Menschen. Da wir alle unsere Muskeln, Sehnen und Gelenke tagtäglich hohen Belastungen aussetzen, sei es durch Fehlhaltung, Überbeanspruchung oder mangelnder Bewegung, werden die Faszien jedoch zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Die Folgen sind Verhärtungen, Verspannungen oder Verkrampfungen des Bindegewebes, die unbehandelt chronisch werden könnten. Im Zuge dessen kommt es zu Schmerzen und erheblichen Beeinträchtigungen in der Beweglichkeit sowie der Widerstandsfähigkeit von der Muskulatur, was schnell zu einem Teufelskreis avancieren kann, der den Alltag erheblich belastet. Gerade auch, weil die Faszien sich durch den gesamten Körper ziehen, sind die Ausmaße teilweise gravierend, denn eine verkrampfte Faszie in der Schulter kann sogar Schmerzen in den Füßen auslösen. Falls das Fasziengewebe demnach verhärtet ist, gilt es, jenes mittels gezielter Massagetechniken zu entspannen.

Auf diesem Grundgedanken basiert die Tiefengewebsmassage. Sie dient, um genau diese Verhärtungen zu lockern, die Geschmeidigkeit des Körpers wiederherzustellen und mit verschiedenen Praktiken dazu beizutragen, die myofaszialen Leitbahnen erfolgreich zu entspannen. Dies bildet das Fundament, um den Organismus mit neuer Energie zu versorgen, die Vitalität zurückzugewinnen und körperliche Beschwerden langfristig aufzuheben.

Die Deep Tissue Massage agiert diesbezüglich nach dem Konzept der Ganzheitlichkeit, denn ihre Techniken sind darauf ausgerichtet, eine physische und psychische Balance zu erzeugen. So liegt eine enge Verknüpfung mit der Behandlung seelischer Beschwerden vor. Die Wirkung auf psychosomatische Probleme ist dabei allgegenwärtig und verschafft der Massage ihre Individualität. Gerade „Rebalancing“ bezeichnet ein dominantes Thema während der Praktik und bildet gemeinsam mit den Optimierungen für den Bewegungsapparat das Zentrum der Massage. Immerhin nutzt Deep Tissue die Erkenntnis, dass Körper und Psyche unwiderruflich miteinander verbunden sind, weswegen sie nur dann Vitalität repräsentieren, wenn der Organismus im Einklang mit sich selbst und seiner Umwelt ist.

Liegen allerdings äußere Probleme wie Haltungsschäden, Verrenkungen oder Zerrungen vor, belastet dies die Psyche.  Die Schmerzen und Einschränkungen, welche durch ein verkrampftes Fasziengewebe entstehen, ziehen auch das innere Wohlgefühl in Mitleidenschaft. Durch den dauerhaften Schmerzzustand und die körperlichen Beeinträchtigungen entstehen Unzufriedenheit, Schlafmangel, Gereiztheit, Angstzustände sowie Depressionen, die wiederum den Gesamtzustand verschlechtern und weitere Verkrampfungen folgen lassen.

Steht der Betroffene wiederum regelmäßig unter Stress, resultieren daraus Verspannungen im Körper. Eine Tiefengewebsmassage fungiert daher als Bindeglied, welches äußere Fehlhaltungsmuster und die negativen Emotionen, die gespeichert wurden, gleichermaßen aufheben soll. Jener Denkansatz bringt eine Entspannung für Körper, Geist und Seele, die sich auf den ganzen Organismus positiv auswirkt. So glückt durch die Anwendung der Grifftechniken auch eine psychische Erholung. Insbesondere auch, weil die Massage nachweislich Serotonin und Oxytocin freisetzt, zwei Glückshormone, die den Stressabbau und eine Tiefenentspannung fördern.

Darum charakterisiert sich die Tiefengewebsmassage über eine breit gefächerte Wirkung, die den Organismus auf allen Ebenen wieder zurück zu seiner Mitte führt. Dies erklärt ebenfalls, weshalb eine Tiefengewebsmassage bei zahlreichen Symptomen zum Einsatz kommt.

Tiefengewebsmassage Wirkung – Schmerzlinderung trifft Stressabbau

Eine Deep Tissue Massage kann sich auf körperlicher, geistiger, seelischer und organischer Ebene positiv auf die Gesundheit auswirken. Demzufolge gelingt es durch die intensiven Techniken, den Organismus ganzheitlich auf den Weg zu einem beschwerdefreien, aktiven Alltag zu begleiten.

Deep Tissue Massage

Die Wirkung der Tiefengewebsmassage erstreckt sich dann über:

  • die Schmerzreduktion
  • die Lockerung verhärteter Faszien
  • die Rehabilitation von verletztem Stützgewebe
  • eine gesteigerte Durchblutung
  • der Stressabbau
  • die Bekämpfung von Depressionen
  • eine Therapiebegleitung bei Angststörungen
  • die Aufhebung von Spannungen und Verkrampfungen der Muskulatur
  • die Linderung von Gelenksproblemen
  • die Wiederherstellung der Mobilität
  • eine Verbesserung von Arthritis oder anderen chronischen Gelenksentzündungen
  • eine Behandlung von verwachsendem Gewebe und verhärtetem Narbengewebe
  • die Aufhebung von Kreislaufschwächen

Die Vielschichtigkeit der Wellnessmethode ist richtungsweisend, doch wie bei allen Massagepraktiken gibt es auch Gegenindikatoren, die eine Inanspruchnahme verhindern. Eine Deep Tissue Massage eignet sich beispielsweise nicht für Schwangere, insbesondere wenn jene sich im ersten Trimester befinden. Auch ältere Patienten, Kinder und Menschen, die äußert sensibel auf kraftvolle Massagetechniken reagieren, sollten von der stimulierenden Tiefengewebsmassage Abstand nehmen. Ähnlich verhält es sich mit denjenigen, die unter Tumoren, Entzündungsprozessen oder erblich-bedingten Weichteilerkrankungen leiden, denn hier würde die Anwendung der Praktiken ernsthafte Folgen nach sich ziehen.

Ein klärendes Vorgespräch hilft, um herauszufinden, ob die Massage des Tiefengewebes für den jeweiligen Patienten vorteilhaft wäre, und wenn ja, ob sich die Zustimmung auf eine abgewandelte Form mit geringerer Intensität bezieht oder die Deep Tissue Massage in ihrem Original-Konzept zum Einsatz kommen dürfte. Sollte dies der Fall sein, überzeugt sie durch verschiedene, wirkungsvolle Grifftechniken.

Tiefengewebsmassage Techniken – facettenreiche Abläufe für maximale Wirkung

Bei der Deep Tissue Massage vereinen sich verschiedene Bewegungsabläufe, um den Patienten in seiner Vitalität zu unterstützen und seine Symptome nachhaltig zu bekämpfen. Im Vordergrund steht diesbezüglich ein gleichmäßiger Wechsel aus Dehnungen, intensiven Strichbewegungen und punktuellem Druck. So werden Hände, Ellbogen und Fäuste genutzt, um entlang der Muskelstränge feste Streichungen zu absolvieren. Ebenso lassen sich jene in Querrichtung zu den Muskelsträngen durchführen, wobei die Lockerung des Fasziengewebes oberste Priorität hat.

Der Fokus liegt auf den gleichmäßigen Streichbewegungen entlang der Muskelfasern (Strokes), die mit einem hohen Druck absolviert werden, weil sich das tiefliegende Gewebe sonst nicht erreichen ließe. In Kombination damit treten flächenförmige sowie punktuelle Fingerdruckstimulationen in Erscheinung, die das gereizte Gewebe lockern sollen. Eine solche Anregung ähnelt der Triggerpunktbehandlung und konzentriert sich gezielt auf die verhärteten Bereiche des Bindegewebes. Leichte bis mittelstarke Dehnübungen vervollständigen die Grifftechniken und begünstigen, dass die zusammengezogenen Muskeln sich wieder weiten, die Durchblutung besser fließt sowie Spannungsgefühle oder Schmerzreize aufgehoben werden.

Sicherlich darf auch das sanfte Ausstreichen die Anwendung begleiten, wenn es am Anfang oder Ende der Massage auftaucht um den Organismus auf die Praktik einzustimmen und letztlich wieder zu entspannen. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Bewegungsabläufen mit starkem Druck, die daraufhin innerhalb einer festen Struktur das Wohlgefühl der Patienten wiederherstellen.

Deep Tissue anwenden – Tiefengewebsmassage in der Praxis

Wenn eine Massage für das tiefliegende Gewebe absolviert wird, sollte zunächst ein Vorgespräch abgehalten werden, bei welchem der Experte die Gesamtsituation des künftigen Patienten analysiert. Dies gelingt auf verschiedene Arten, darunter mittels gezielter Fragen zu Vorerkrankungen, erblich-bedingten Beschwerden, dem Lebensstandard und weiteren wesentlichen Kriterien, aber auch via Eigeninitiative der Klientel, die bereits vorhandene Atteste, Befunde oder eine Liste der Medikamente mitbringt, die regelmäßig eingenommen werden. Weiterhin empfiehlt es sich, ein Tagebuch zu führen, in welchem potenzielle Symptome und Auslöser festgehalten werden, um dem Profi eine Bewertung des Allgemeinzustandes zu erleichtern.

Danach kommt es zu einer kurzen Untersuchung durch Abtasten und Fühlen des Körpers, wobei der Fachpraktiker bereits erkennen kann, wie die Muskulatur beschaffen ist. Im Anschluss erarbeitet er einen individuellen Massageplan, der sich auf die Bedürfnisse des Einzelnen konzentriert und die Massage so umwandelt, dass sie ihre Wirkung freisetzt.

Das Deep Tissue Verfahren sollte in angenehmen Räumlichkeiten angewandt werden, wobei die betreffende Person entweder liegt oder sitzt. Der Fachpraktiker massiert dann mittels Dehnungen, kraftvollen Streichungen und Druckpunktstimulationen entlang der Muskelstränge, sodass sich das Fasziengewebe lockert und die verhärteten Bereiche langsam in ihren Normalzustand zurückgehen. Oftmals gehört die Tiefengewebsmassage auch als Teilbereich zu einer Sportmassage, um den Heilungsprozess bei verletzungsbedingten Disharmonien zu unterstützen.

Der Fachpraktiker agiert diesbezüglich mit gleichmäßigem, aber intensivem Druck und behandelt das gesamte Tiefengewebe, wenngleich er sich auf die verkrampften Areale noch mehr konzentriert. Die Deep Tissue Massage ist nicht dafür geeignet, lediglich als einmalige Sitzung absolviert zu werden. Stattdessen wäre es ratsam, sie als Langzeitbehandlung zu nutzen und in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, sodass sich die Geschmeidigkeit von Muskulatur und Bindegewebe langfristig erhöhen können. Hier gäbe es 30-minütige Anwendungen als Teilkörpermassage oder eine ausdauernde Methode, die sich über 60 Minuten Behandlungszeit erstreckt. Welche Variante zum Einsatz kommt, orientiert sich an den Symptomen und der Belastbarkeit der betreffenden Person. Die Dauer könnte auch kontinuierlich gesteigert werden.

Eine kurze Ruhephase nach der dynamischen Anwendung wäre ebenfalls sinnvoll, weil sie den Effekt der ganzheitlichen Entspannung verbessert. Neben einer klassischen Tiefengewebsmassage gibt es mittlerweile aber auch moderne Alternativen oder Ergänzungen, welche das Fasziengewebe spürbar lockern können.

Deep Tissue Massage Abwandlungen – durch Vielseitigkeit zur Tiefenwirkung

Tiefengewebsmassagen sind abwechslungsreich, denn sie beziehen sich wie oben genannt auf verschiedene Bereiche des menschlichen Organismus. Gemäß einiger Studien wurde inzwischen festgestellt, dass sich die Deep Tissue Methode dabei in enger Verbindung mit einem sogenannten Myofascial Release befindet. Jener Begriff ist bei der Entspannung des myofaszialen Gewebes geläufig und nimmt bei der ganzheitlichen Vitalität einen hohen Stellenwert ein.

Im erweiterten Sinne hat die Tiefengewebsmassage daher das Ziel, jenen Myofscial Release zu erreichen, der die myofaszialen Leitbahnen, die durch Überbelastung oder Fehlhaltung verkrampfen, wieder entspannt. Das bewirkt eine positive Optimierung des gesamten Organismus, woraufhin sich Schmerzen, Durchblutungsstörungen, Stress sowie Verkrampfungen im Fasziengewebe nachhaltig verringern lassen.

Eine besondere Alternative zu der traditionellen Tiefengewebsmassage ist zudem das sogenannte Rolfing. Es verdankt seinen Namen der deutschen Medizinerin Doktor Ida Rolf, die jene einzigartige Praktik entwickelt hat, um die Restrukturierung des Körpers, speziell der Tiefenbindegewebsschichten zu erzielen. Auf diese Weise soll der Organismus ebenfalls neue, korrekte Bewegungsmuster erlernen, die dann den Organismus und das mentale Wohlbefinden positiv unterstützen. Rund 10 Sitzungen des Rolfings sind allerdings erforderlich, um entsprechende Optimierungen zu bewirken, neues Selbstbewusstsein zu verspüren und das Gefühl zu haben, dass der Körper aufgrund der aufrechten, aktiven Haltung spürbar leichter ist. Welche Methodik bevorzugt wird oder ob ein spezifisches Massagekonzept auftritt, welches mehrere Techniken vereint, bleibt hierbei dem Therapeuten und der zu behandelnden Person überlassen. 

Unabhängig davon, ob also die Deep Tissue Version oder das Rolfing in Erscheinung treten, eine Tiefengewebsmassage hilft dabei, das Fasziengewebe zu entkrampfen, woraufhin ein widerstandsfähiger Bewegungsapparat, ein positiver Gemütszustand und ein ganzheitliches Wohlbefinden nach außen transportiert werden können.

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