22. Juli 2026
Lesezeit ca. 16 Min.

Autogenes Training ist eine bewährte Entspannungsmethode, die Sie selbstständig erlernen und nahezu überall anwenden können. Anhaltende Anspannung, kreisende Gedanken und das Gefühl, abends nicht zur Ruhe zu kommen – diese Begleiter eines fordernden Alltags kennen viele. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie die Methode funktioniert, welche Wirkung sie entfalten kann und mit welchen Übungen Sie Schritt für Schritt zu mehr innerer Ruhe finden.

Key Facts

  • Autogenes Training ist eine Methode der konzentrativen Selbstentspannung, entwickelt in den 1920er-Jahren von J. H. Schultz.
  • Die Entspannung entsteht durch das innerliche Wiederholen sprachlicher Formeln („Mein rechter Arm ist ganz schwer“).
  • Die Grundstufe umfasst sechs aufeinander aufbauende Übungen zu Schwere, Wärme, Herz, Atem, Sonnengeflecht und Stirn.
  • Entscheidend sind Geduld, Regelmäßigkeit und die Haltung des Geschehenlassens.
  • Die Rücknahme am Ende jeder Übung holt den Körper zurück in den wachen Alltag – außer beim Einschlafen.
  • Autogenes Training ist kein Heilverfahren und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Was ist autogenes Training?

Autogenes Training ist eine Methode der Selbstentspannung, die in den 1920er-Jahren vom Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern „autos“ (selbst) und „genos“ (entstehen) zusammen – die Entspannung entsteht also aus Ihnen selbst heraus, ohne äußeres Zutun. Genau darin liegt die Besonderheit gegenüber Methoden, bei denen eine andere Person, ein Gerät oder ein Medikament auf Sie einwirkt.

Im Kern beruht die Methode auf der Beobachtung, dass Körper und Psyche eng miteinander verbunden sind. Über bestimmte sprachliche Formeln, die Sie innerlich wiederholen, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf einzelne Körperempfindungen. Mit etwas Übung gelingt es Ihnen, einen Zustand tiefer Ruhe herbeizuführen. Fachleute sprechen hier von einer Form der konzentrativen Selbstentspannung oder auch von einer „Selbsthypnose“ im weiteren Sinne.

Das Besondere: Autogenes Training ist eine erlernbare Fähigkeit. Anfangs benötigen Sie dafür Anleitung und einen ruhigen Rahmen. Je vertrauter Ihnen die Übungen werden, desto schneller und unabhängiger vom Ort können Sie den Entspannungszustand abrufen – ob im Wartezimmer, in einer kurzen Arbeitspause oder abends im Bett.

Woher stammt die Methode?

Johannes Heinrich Schultz beobachtete bei seinen Patientinnen und Patienten, dass sich unter Hypnose typische Körperempfindungen einstellten – vor allem ein Gefühl von Schwere und Wärme. Er entwickelte daraus ein System, mit dem Menschen diesen Zustand ganz ohne fremde Anleitung, also autonom, selbst herbeiführen können. Sein 1932 erschienenes Werk gilt bis heute als Grundlage der Methode. Über die Jahrzehnte hat sich autogenes Training als eine der am besten dokumentierten Entspannungstechniken im deutschsprachigen Raum etabliert und wird in Volkshochschulen, Kliniken und im Rahmen der Gesundheitsvorsorge angeboten.

Grundstufe und Oberstufe

Das klassische autogene Training gliedert sich in zwei Ebenen. Bevor wir zu den einzelnen Übungen kommen, lohnt sich ein kurzer Überblick über den Aufbau:

  • Grundstufe: die sechs körperbezogenen Standardübungen – für Einstieg und Alltag entscheidend.
  • Oberstufe: eine weiterführende, meditativ ausgerichtete Ebene, die mit inneren Bildern und Vorstellungen arbeitet und in der Regel unter fachlicher Anleitung erlernt wird.

Für die allermeisten Anwenderinnen und Anwender genügt die Grundstufe vollkommen, um spürbar zu mehr Gelassenheit zu finden.

Wie wirkt autogenes Training?

Die Methode setzt am vegetativen Nervensystem an – also jenem Teil des Nervensystems, der unter anderem Atmung, Herzschlag und Muskelspannung steuert und sich der willentlichen Kontrolle weitgehend entzieht. Durch die regelmäßige Konzentration auf Ruhe, Schwere und Wärme lässt sich dieser Bereich indirekt beeinflussen. Sie „befehlen“ Ihrem Körper nicht, ruhig zu werden – Sie schaffen vielmehr die inneren Bedingungen, unter denen Entspannung von selbst geschehen kann.

Ein anschauliches Beispiel: Wenn Sie sich in Gedanken intensiv eine Zitrone vorstellen, in die Sie herzhaft beißen, reagiert Ihr Körper oft mit verstärktem Speichelfluss. Ähnlich wirkt die Vorstellung von Schwere und Wärme – sie kann körperliche Reaktionen anstoßen, ohne dass Sie diese aktiv steuern müssen.

Mögliche Effekte auf Körper und Geist

Viele Anwenderinnen und Anwender berichten, dass autogenes Training zu einem allgemeinen Gefühl von Gelassenheit beitragen kann. Im Zustand der Entspannung verschiebt sich die Aktivität des Nervensystems in Richtung des sogenannten Parasympathikus – jenes Zweigs, der für Erholung und Regeneration zuständig ist. Bevor Sie die häufig genannten Beobachtungen lesen, sei betont: Diese Erfahrungen sind individuell und stellen sich meist erst mit einiger Übung ein.

Häufig genannte Beobachtungen sind:

  • ein ruhigeres, gleichmäßigeres Atmen
  • ein Gefühl wohliger Schwere und Wärme in den Gliedmaßen
  • eine nachlassende muskuläre Anspannung
  • mehr innere Ruhe und ein besserer Umgang mit Stresssituationen

Manche Menschen nutzen die Methode zudem, um leichter zur Ruhe zu kommen, bevor sie einschlafen, oder um sich vor fordernden Situationen – etwa einem Vortrag oder einer Prüfung – innerlich zu sammeln.

Entspannte Hand einer sitzenden Person als Sinnbild für Schwere und Wärme beim autogenen Training
© WellnessInPerfektion WIP GmbH (KI)

Grenzen der Methode

Wichtig zu wissen: Autogenes Training ist kein Heilverfahren und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Es ist eine Methode zur Entspannung und zur Stärkung des eigenen Wohlbefindens. Bei gesundheitlichen Beschwerden sprechen Sie bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt, ob und wie autogenes Training für Sie sinnvoll sein kann. Verstehen Sie die Technik als ein unterstützendes Werkzeug für den Alltag – nicht als Ersatz für professionelle Hilfe.

Die Grundstufe: Aufbau der Übungen

Für den Einstieg und den Alltag ist vor allem die Grundstufe relevant. Sie besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Übungen, die jeweils einen bestimmten Bereich des Körpers ansprechen. Der Reiz liegt in der klaren Struktur: Jede Formel hat ihren festen Platz, und mit jeder gefestigten Stufe wird der Einstieg in die Entspannung leichter.

Die sechs klassischen Formeln

Die Grundstufe umfasst traditionell sechs Übungen, die Sie nach und nach erlernen. Bevor Sie beginnen, sprechen Sie stets die einleitende Ruheformel. Die einzelnen Formeln lauten:

  1. Schwere-Übung: „Mein rechter Arm ist ganz schwer.“ Diese Formel fördert das Loslassen der Muskulatur.
  2. Wärme-Übung: „Mein rechter Arm ist ganz warm.“ Sie richtet die Aufmerksamkeit auf das Durchblutungsgefühl.
  3. Herz-Übung: „Mein Herz schlägt ruhig und gleichmäßig.“ Hier geht es um die Wahrnehmung des Herzschlags.
  4. Atem-Übung: „Meine Atmung ist ruhig und gleichmäßig.“ Der Atem darf von allein fließen.
  5. Sonnengeflecht-Übung: „Mein Sonnengeflecht ist strömend warm.“ Sie bezieht sich auf den Bauchraum.
  6. Stirn-Übung: „Meine Stirn ist angenehm kühl.“ Diese Formel schließt die Reihe mit einem Gefühl von Klarheit ab.

Beginnen Sie immer mit der Ruheformel: „Ich bin ganz ruhig.“ Diese leitet die Übung ein und stimmt Sie auf die folgende Entspannung ein. Zwischen den einzelnen Formeln dürfen Sie die Ruheformel jederzeit wiederholen, wenn Ihre Gedanken abschweifen.

Schritt für Schritt vorgehen

Es ist nicht ratsam, alle Formeln gleichzeitig zu lernen. Üblicherweise widmen Sie sich zunächst über mehrere Tage oder Wochen der Schwere-Übung, bevor Sie die Wärme-Übung hinzunehmen. So baut sich die Methode organisch auf, und jede Stufe kann sich festigen. Ein bewährter Fahrplan sieht ungefähr so aus:

  • ein bis zwei Wochen ausschließlich Schwere-Übung, bis sich das Gefühl zuverlässig einstellt
  • anschließend Ergänzung um die Wärme-Übung
  • danach schrittweises Hinzunehmen von Herz-, Atem- und Sonnengeflecht-Übung
  • zum Abschluss die Stirn-Übung als „krönende“ Formel für innere Klarheit

Zwingen Sie sich zu keinem festen Zeitplan – der eigene Rhythmus ist wichtiger als das Erreichen einer bestimmten Stufe innerhalb weniger Wochen.

Ulrich Pötter
Ulis Tipp

Fangen Sie klein an: Zwei Minuten Schwere-Übung nach dem Aufwachen sind wertvoller als das ehrgeizige Vornehmen einer täglichen 20-Minuten-Sitzung, die Sie nach drei Tagen wieder aufgeben. Verknüpfen Sie die Übung mit einer festen Gewohnheit – etwa direkt vor dem morgendlichen Kaffee. So wird das autogene Training fast von allein zum Ritual.

Eine einfache Einstiegsübung für zu Hause

Wenn Sie autogenes Training ausprobieren möchten, können Sie mit der Schwere-Übung beginnen. Sie ist der klassische Einstiegspunkt und für die meisten Menschen besonders gut nachvollziehbar. Folgende Anleitung hilft Ihnen beim ersten Versuch.

Vorbereitung

Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie für einige Minuten ungestört sind. Tragen Sie bequeme Kleidung, lockern Sie einengende Gürtel oder Kragen und sorgen Sie für eine angenehme Raumtemperatur. Schalten Sie das Telefon stumm. Sie können eine von drei klassischen Körperhaltungen wählen:

  • Liegen: auf dem Rücken, die Arme locker neben dem Körper
  • Sessel-Haltung: entspannt sitzend mit abgestützten Armen
  • Droschkenkutscher-Haltung: sitzend, der Oberkörper leicht nach vorn gebeugt, die Unterarme auf den Oberschenkeln abgelegt

Welche Haltung Sie wählen, ist Geschmackssache. Im Liegen fällt vielen das Loslassen am leichtesten, während die Droschkenkutscher-Haltung auch unterwegs oder im Büro gut funktioniert.

Person in Droschkenkutscher-Haltung auf einem Stuhl als klassische Sitzhaltung des autogenen Trainings
© WellnessInPerfektion WIP GmbH (KI)

Ablauf

Nehmen Sie sich Zeit und gehen Sie ohne Eile vor. Die folgenden Schritte führen Sie durch die erste Schwere-Übung:

  1. Schließen Sie die Augen und atmen Sie ein paarmal bewusst, aber ohne Anstrengung.
  2. Sprechen Sie innerlich ruhig: „Ich bin ganz ruhig.“
  3. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den rechten Arm und wiederholen Sie langsam: „Mein rechter Arm ist ganz schwer.“ Geben Sie der Vorstellung etwa fünf- bis sechsmal Raum.
  4. Spüren Sie nach, ob sich ein Gefühl von Schwere einstellt. Erzwingen Sie nichts – lassen Sie es geschehen.
  5. Wiederholen Sie die Formel gegebenenfalls für den anderen Arm und die Beine.

Wenn Ihre Gedanken abschweifen, ist das kein Fehler. Kehren Sie einfach freundlich und ohne Bewertung zur Formel zurück.

Die Rücknahme nicht vergessen

Ein wesentlicher und oft unterschätzter Schritt ist die sogenannte Rücknahme am Ende jeder Übung. Sie holt den Körper aktiv aus dem Entspannungszustand zurück in den wachen Alltag und beugt einem Gefühl von Benommenheit vor. Gehen Sie dabei so vor:

  • Ballen Sie die Hände zu Fäusten.
  • Beugen Sie die Arme kräftig an – „Arme fest“.
  • Atmen Sie einmal tief durch.
  • Öffnen Sie schließlich die Augen.

Die Rücknahme entfällt nur dann, wenn Sie das autogene Training zum Einschlafen am Abend nutzen – dann dürfen Sie einfach in die gewünschte Ruhe hinübergleiten.

Tipps für den erfolgreichen Einstieg

Autogenes Training entfaltet seine Wirkung vor allem durch Regelmäßigkeit. Wie bei jeder Fertigkeit gilt: Übung macht den Unterschied. Die folgenden Hinweise erleichtern Ihnen den Weg zu einer verlässlichen Routine.

Geduld mitbringen

Gerade am Anfang stellt sich das Schwere- oder Wärmegefühl nicht immer sofort ein. Das ist völlig normal. Die Methode ist eine Fähigkeit, die sich mit der Zeit entwickelt. Bewerten Sie Ihre Übung nicht und betrachten Sie jeden Versuch als Übung an sich. Manche Menschen erleben erst nach zwei, drei Wochen die ersten deutlichen Empfindungen – und genau das ist der normale Verlauf.

Kurz, aber häufig üben

Mehrere kurze Einheiten von wenigen Minuten sind oft hilfreicher als seltene, lange Sitzungen. Viele Menschen integrieren das autogene Training fest in ihren Tagesablauf – etwa morgens nach dem Aufwachen oder abends vor dem Schlafengehen. Feste Zeitpunkte helfen dabei, aus der Übung eine selbstverständliche Gewohnheit zu machen.

Erwartungsdruck loslassen

Paradoxerweise kann der Wunsch, sich unbedingt entspannen zu müssen, der Entspannung im Wege stehen. Nehmen Sie eine Haltung der „passiven Konzentration“ ein: Sie richten Ihre Aufmerksamkeit zwar auf die Formel, lassen das Ergebnis aber bewusst geschehen, statt es zu erzwingen. Je weniger Sie das „Funktionieren“ kontrollieren wollen, desto eher stellt sich die Ruhe ein.

Anleitung nutzen

Für den Einstieg kann eine fundierte Anleitung den Lernprozess deutlich erleichtern. Eine strukturierte Begleitung – etwa über einen Kurs oder ein Video-Format – hilft Ihnen, die Übungen korrekt aufzubauen und typische Stolpersteine zu vermeiden. Eine ruhige Anleitungsstimme kann den Einstieg zusätzlich stützen, bis Sie die Formeln verinnerlicht haben und selbstständig anwenden können.

Für wen eignet sich autogenes Training?

Grundsätzlich kann autogenes Training von gesunden Erwachsenen erlernt werden, die ihre Entspannungsfähigkeit fördern möchten. Auch viele Menschen, die berufliche oder private Anspannung erleben, schätzen die Methode als Teil ihrer persönlichen Routine. Sie eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Anwender, die eine ortsunabhängige Technik suchen.

In bestimmten Situationen ist jedoch vorab eine fachliche Abklärung sinnvoll. Bevor Sie beginnen, beachten Sie folgende Hinweise:

  • Bei psychischen Belastungen sollten Sie die Anwendung zuvor mit einer Fachperson besprechen.
  • Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine ärztliche Rücksprache ratsam.
  • Auch in besonderen Lebensphasen – etwa während einer Schwangerschaft – lohnt sich eine kurze Nachfrage bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

So stellen Sie sicher, dass die Methode für Ihre individuelle Situation geeignet ist und Sie sie mit einem guten Gefühl anwenden können.

Autogenes Training und andere Entspannungsverfahren

Autogenes Training ist nur eine von mehreren etablierten Entspannungsmethoden. Häufig wird es mit der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson verglichen. Während Sie beim autogenen Training mit der Vorstellungskraft und sprachlichen Formeln arbeiten, spannen Sie bei der progressiven Muskelentspannung gezielt Muskelgruppen an und lassen sie wieder los. Beide Verfahren zielen auf einen ähnlichen Zustand tiefer Entspannung, gehen ihn aber über unterschiedliche Wege an.

Welche Methode für Sie die passende ist, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Zur Orientierung:

  • Autogenes Training: eher gedanklich-vorstellungsbasiert, ruhig, ohne sichtbare Bewegung – ideal, wenn Sie gut mit innerer Konzentration arbeiten können.
  • Progressive Muskelentspannung: körperbetont durch aktives An- und Entspannen – oft leichter zugänglich, wenn Ihnen ein spürbarer körperlicher Anker hilft.

Manche Menschen finden über die körperbetonte Muskelentspannung leichter Zugang, andere bevorzugen den vorstellungsbasierten Ansatz des autogenen Trainings. Es kann sich durchaus lohnen, beide auszuprobieren und zu schauen, was besser zu Ihnen passt.

Fazit

Autogenes Training ist eine zugängliche und ortsunabhängige Methode, um zu mehr innerer Ruhe zu finden. Über einfache Formeln lernen Sie, einen Zustand der Entspannung selbstständig herbeizuführen. Entscheidend für den Erfolg sind Geduld, Regelmäßigkeit und eine Haltung des Geschehenlassens. Mit einer fundierten Anleitung gelingt der Einstieg meist leichter – und Schritt für Schritt wird das autogene Training zu einem verlässlichen Werkzeug für Ihren Alltag. Denken Sie daran, dass die Methode Ihr Wohlbefinden unterstützt, aber keine medizinische Behandlung ersetzt.

Häufige Fragen zum autogenen Training

Wie lange dauert es, autogenes Training zu lernen?

Das ist individuell verschieden. Viele Menschen bemerken erste Schwere- oder Wärmeempfindungen bereits nach einigen Übungstagen, während sich die gesamte Grundstufe oft über mehrere Wochen aufbaut. Entscheidend ist nicht das Tempo, sondern die regelmäßige Wiederholung.

Wie oft sollte ich üben?

Empfehlenswert ist tägliches Üben in kurzen Einheiten, etwa morgens und abends. Mehrere kurze Sitzungen pro Tag sind in der Regel wirksamer als seltene, lange Einheiten, da sich die Methode durch Wiederholung festigt.

Kann ich autogenes Training auch ohne Anleitung lernen?

Grundsätzlich lässt sich die Methode selbstständig erlernen. Eine strukturierte Anleitung – etwa über einen Kurs – erleichtert jedoch den korrekten Aufbau der Übungen und hilft, häufige Fehler wie das Auslassen der Rücknahme zu vermeiden.

Was bedeutet die Rücknahme und warum ist sie wichtig?

Die Rücknahme beendet die Übung, indem Sie die Fäuste ballen, die Arme kräftig anbeugen, tief durchatmen und die Augen öffnen. Sie holt den Körper aktiv aus dem Entspannungszustand zurück und beugt Benommenheit vor. Nur wenn Sie zum Einschlafen üben, entfällt dieser Schritt.

Was ist der Unterschied zur progressiven Muskelentspannung?

Beim autogenen Training arbeiten Sie mit Vorstellungskraft und sprachlichen Formeln, während Sie bei der progressiven Muskelentspannung gezielt Muskelgruppen anspannen und wieder loslassen. Beide Verfahren dienen der Entspannung – welches besser passt, hängt von den persönlichen Vorlieben ab.

Ist autogenes Training bei gesundheitlichen Beschwerden geeignet?

Autogenes Training ist kein Heilverfahren und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bei psychischen Belastungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder in besonderen Lebensphasen sollten Sie vorab mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, ob die Methode für Sie sinnvoll ist.

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Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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vor 2 Monaten
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Elvira L