17. November 2025
Lesezeit ca. 13 Min.

Journaling für mehr Achtsamkeit bedeutet, bewusst und absichtsvoll zu schreiben, um präsenter zu werden, den Autopiloten zu unterbrechen und Mikro-Momente der Ruhe in den Alltag zu holen. Mit wenigen Sätzen pro Tag trainierst du deine Wahrnehmung: Was denke ich? Was fühle ich? Was brauche ich gerade? So entsteht Klarheit – und aus Klarheit wird ein achtsamerer Lebensrhythmus.

Key Facts – Journaling für mehr Achtsamkeit

  • Wirkprinzip: Schreiben bringt Klarheit, beruhigt das Nervensystem und stärkt Selbstwahrnehmung.
  • Dauer: 5–15 Minuten täglich reichen für spürbare Veränderungen im Alltag.
  • Ziel: Grübeln stoppen, Fokus finden, Achtsamkeit und Mitgefühl fördern.
  • Methoden: Dankbarkeitsjournal, Body-Scan-Log, Atemjournal, Reflexionsfragen.
  • Effekt: Weniger Stress · Mehr Präsenz · Bessere emotionale Balance.
  • Extra-Tipp: Kombiniere 3 Minuten Atemfokus mit 10 Minuten Schreiben für maximale Wirkung.

Grundlagen – wie Journaling Achtsamkeit stärkt

Achtsamkeit bedeutet, die Gegenwart absichtsvoll und nicht-wertend wahrzunehmen. Journaling übersetzt dieses Prinzip in Sprache: Du hältst innere Vorgänge fest, während sie entstehen – und schaffst Millimeter zwischen Reiz und Reaktion. Dieser „Mikro-Abstand“ ermöglicht bewusste Entscheidungen statt Autopilot.

  • Innere Stille: Schreiben verlangsamt Gedanken und macht Gefühle benennbar.
  • Selbstmitgefühl: Der Ton im Journal kann freundlich sein – das verändert den inneren Dialog.
  • Klarheit im Alltag: Aus Beobachtungen werden feine Kurskorrekturen (Schlaf, Pausen, Prioritäten).
  • Regelmäßigkeit > Dauer: 5–10 Minuten pro Tag reichen, um Präsenz zu trainieren.
Hinweis: Journaling unterstützt Achtsamkeitspraxis, ersetzt jedoch keine Therapie. Bei anhaltender Belastung hol dir professionelle Hilfe.

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Moment mit einer offenen, nicht bewertenden Haltung wahrzunehmen. Sie ist das bewusste Erleben dessen, was jetzt geschieht – ohne in Gedanken an Vergangenes oder Zukünftiges zu flüchten. In der Praxis heißt das: Du spürst, denkst und handelst mit voller Präsenz, statt auf Autopilot zu laufen.

Die Wurzeln der Achtsamkeit liegen in buddhistischer Meditation, wurden aber längst wissenschaftlich erforscht und in moderne Konzepte wie die Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) überführt. Studien zeigen, dass regelmäßige Achtsamkeitspraxis die Aktivität im Stresszentrum des Gehirns (Amygdala) reduziert und die Selbstregulation stärkt.

  • Fokus: Bewusst im Hier und Jetzt bleiben.
  • Akzeptanz: Wahrnehmen, ohne sofort zu bewerten.
  • Mitgefühl: Freundlich mit sich selbst und anderen umgehen.
Hinweis: Achtsamkeit ist keine Technik, sondern eine Haltung – sie lässt sich in jede Alltagshandlung integrieren.

Warum ist Achtsamkeit so wichtig?

In einer Welt ständiger Reize, E-Mails und Push-Nachrichten verlieren viele den Kontakt zu sich selbst. Achtsamkeit schafft Gegenpol und Pause: Sie unterbricht den Autopiloten und reduziert die Reizüberflutung. Dadurch sinken Stresshormone, die Konzentration verbessert sich und emotionale Stabilität nimmt zu.

Achtsamkeit im Leben
© Trueffelpix - stock.adobe.com

Regelmäßige Achtsamkeitspraxis – ob durch Meditation, Bewegung oder Journaling – trainiert den präfrontalen Kortex, der für Aufmerksamkeit, Emotionsregulation und Entscheidungsfähigkeit zuständig ist. Wer achtsam lebt, reagiert nicht impulsiv, sondern handelt überlegt und empathisch.

Ebene Positive Wirkung
Körperlich Senkung von Puls und Blutdruck, weniger Stresshormone
Emotional Mehr Gelassenheit, Mitgefühl, emotionale Stabilität
Kognitiv Bessere Konzentration, weniger Grübeln

Andere Wege, um Achtsamkeit zu finden

Journaling ist einer von vielen Wegen, um präsenter zu werden. Achtsamkeit lässt sich auch auf andere, kreative oder körperliche Arten kultivieren. Entscheidend ist nicht die Methode, sondern die Haltung, mit der du übst.

  • Meditation: Fokussiert auf Atem, Geräusche oder Körperempfindungen – trainiert Konzentration.
  • Bewegung: Yoga, Tai Chi oder bewusste Spaziergänge verbinden Körper und Geist.
  • Digital Detox: 1–2 Stunden täglich offline fördern natürliche Aufmerksamkeit.
  • Kreatives Tun: Malen, Musik, Gartenarbeit – alle Tätigkeiten mit Fokus auf den Moment.
  • Atempausen: Mini-Stopps im Alltag: 3 tiefe Atemzüge, wahrnehmen, weitergehen.
Tipp: Achtsamkeit wächst, wenn du sie im Alltag trainierst – beim Zähneputzen, beim Warten, beim Atmen. Kleine Inseln, große Wirkung.

4 Journaling-Methoden für noch mehr Achtsamkeit

Diese vier Methoden verbinden klassische Achtsamkeitsprinzipien mit der Kraft des Schreibens. Sie helfen dir, Körper, Gedanken und Gefühle bewusst wahrzunehmen und freundlich mit dir selbst zu bleiben.

  1. Atemjournal: 3 Minuten Atem zählen, dann notieren: „Was nehme ich jetzt wahr?“
  2. Gefühlsprotokoll: Drei Spalten – Auslöser · Gefühl · Körperreaktion. Das schärft Wahrnehmung ohne Bewertung.
  3. Dankbarkeitsjournal: Abends drei Dinge, die heute Freude bereitet haben – Fokus auf Positives.
  4. Achtsamkeits-Prompt: Frage des Tages: „Was brauche ich, um mich heute verbunden zu fühlen?“

Reflektieren mit Journaling – dein Weg zu mehr Achtsamkeit

Reflexion ist das Herzstück achtsamen Journalings. Sie bedeutet, Erlebtes nicht nur festzuhalten, sondern bewusst zu betrachten. Dieser Moment des Innehaltens macht den Unterschied zwischen Schreiben und Selbstführung.

Beim reflektierenden Schreiben gilt: keine Analyse, kein Urteil – nur Beobachtung. Formuliere Sätze in der Gegenwart („Ich spüre…“, „Ich bemerke…“) statt Bewertungen („Ich sollte…“, „Ich hätte…“). So bleibst du im Jetzt und förderst Selbstakzeptanz.

  • Beobachten statt bewerten: Notiere, was ist – nicht, was sein sollte.
  • Kurze Rückblicke: Was habe ich gelernt, was darf bleiben?
  • Mitgefühl kultivieren: „Ich darf Pausen machen. Ich bin genug.“
Tipp: Lies am Wochenende 1–2 alte Einträge laut vor. So spürst du Fortschritt – achtsam, ohne Druck.

Vorbereitung – Raum, Rituale & Sicherheit

Je ruhiger dein Rahmen, desto feiner deine Wahrnehmung. Halte es minimalistisch – weniger Reize, mehr Präsenz.

Raum & Atmosphäre

  • Still & warm: Ein fester Platz, warmes Licht, Handy auf „Nicht stören“.
  • Haltung: Bequemer Sitz, Handgelenk entspannt, Füße am Boden (Erdung).
  • Ritual: 3 ruhige Atemzüge vor dem ersten Wort.

Materialien

  • Analog: Notizbuch A5 + Stift; Datum & 1–2 Tags (z. B. #atem #dankbar).
  • Digital: Schlichte Notiz-App mit Suchfunktion – Benachrichtigungen aus.

Datenschutz & Selbstschutz

  • Privat: Sichere Aufbewahrung (analog) bzw. Passwort/Backup (digital).
  • Dosis: Bei belastenden Themen kurz & sanft schreiben, Abschluss-Satz („Ich bin für mich da“).
Hinweis: Die beste Zeit ist die, die jeden Tag klappt. Viele mögen morgens (Fokus) oder abends (Entlastung).

Techniken – die passenden Methoden & Intensität

Wähle 1–2 Methoden und bleib erstmal dabei. Achtsamkeit entsteht durch Wiederholung.

Methoden

  • Body-Scan-Log: 3 Zeilen zu Empfindungen (Kiefer, Schultern, Atem) – nüchtern, ohne Deutung.
  • Atem-Journal: 1 Minute Atem zählen, dann 3 Sätze: „Jetzt spüre ich … / Es hilft mir … / Ich lasse los …“
  • Dankbarkeitsdreiklang: 2 äußere Dinge + 1 Sache, die du heute gut gemacht hast (Selbstmitgefühl).
  • Minimal-Priorität: Eine einzige Absicht für den Tag: „Heute achte ich auf … (z. B. Pausen).“
  • WOOP-Mini: Wunsch – Hindernis – Plan in 3 Stichpunkten.

Intensität – sanft skalieren

Skala 1–10 (1 = sehr leicht, 10 = emotional intensiv). Für Achtsamkeit im Alltag reichen 3–5.

Die folgende Übersicht strukturiert eine achtsame Kurz-Routine:

Slot Fragen/Prompts Beispiel
Check-in Was nehme ich jetzt wahr (Körper, Atem, Stimmung)? „wärme in den Händen, ruhiger Atem“
Kern Wovon möchte ich heute mehr / weniger? „mehr Pausen; weniger Multitasking“
Wrap-up Was nehme ich mit? Nächster Mini-Schritt? „Timer 90 Min., dann 2 Min. Atem“
Uli Pötter
Ulis Tipp: 10 Tage lang jeden Abend drei Zeilen: Wahrgenommen – Gewürdigt – Gelassen. Winzig, aber nachhaltig.

Schritt-für-Schritt (15–25 Min.)

Diese Struktur vereint achtsames Beobachten, sanftes Sortieren und einen klaren Abschluss.

Aufwärmen (2–3 Minuten)

  1. Rahmen: Handy stumm, Timer stellen (12–15 Min.).
  2. 3 Atemzüge: Einatmen zählen (1–4), Ausatmen länger (1–6).
  3. Mini-Check-in: „Jetzt spüre ich …“

Kern (10–15 Minuten)

  • Option A – Body-Scan-Log: Kopf → Füße in 6–8 Zeilen.
  • Option B – Dankbarkeitsdreiklang: 3 Dinge + 1 Selbstanerkennung.
  • Option C – Fokusfrage: „Womit bin ich jetzt im freundlichen Kontakt?“

Ausklang (1–2 Minuten)

  • Wrap-up: 1 Satz „Das nehme ich mit …“
  • Mini-Action: ≤ 10 Minuten (z. B. 2-Min.-Atem nach dem Mittag).

Zeit & Rhythmus

  • Einheit: 10–20 Minuten genügen.
  • Frequenz: 4–5×/Woche oder täglich kurz.
  • Beständigkeit: Gleiche Uhrzeit & Ort.

Weiterführend: Wellnessheimstudium – Start · Ratgeber-Übersicht

Uli Pötter
Ulis Tipp: Markiere achtsame Einträge mit ✳︎ (Sternchen). Beim Wochenreview findest du sie in Sekunden wieder.

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Alles-oder-nichts: Ausgelassene Tage ignorieren – morgen normal weiterschreiben.
  • Zu viel Deutung: Erst beobachten, dann maximal 1 Schlussfolgerung.
  • Kein Abschluss: Immer mit 1 Mini-Action enden (≤ 10 Min.).
  • Reizüberflutung: Schreib-App im Flugmodus; analog ohne Deko beginnen.

Integration in den Alltag – Journaling-Varianten für jedes Ziel

Journaling entfaltet seine stärkste Wirkung, wenn es in alltägliche Momente eingebettet wird. Es muss keine 20-minütige Session sein – oft reicht ein bewusstes, kurzes Schreiben, um Geist und Körper zurück in die Gegenwart zu holen. Die folgenden Varianten verbinden Journaling direkt mit Achtsamkeit und eignen sich sowohl für Anfänger:innen als auch für Fortgeschrittene.

Achtsamkeits-Journal (Präsenz)

Das Achtsamkeits-Journal ist die ideale Routine, um den Tag zentriert zu beginnen. Statt „Was steht heute an?“ geht es darum, sich selbst wahrzunehmen, bevor die Welt etwas von dir möchte. Die Methode basiert auf dem einfachen, aber wirksamen W-W-W-Prinzip: Wahrnehmen – Würdigen – Wählen.

  • Wahrnehmen: 1 Satz zur inneren Lage (z. B. „Ich fühle mich etwas unruhig im Brustbereich.“). Dadurch benennst du Körperempfindungen ohne Bewertung – ein zentraler Baustein achtsamer Selbstregulation.
  • Würdigen: 1 Satz der Anerkennung (z. B. „Es ist okay, dass ich müde bin – gestern war viel.“). Dieses Würdigen löst innere Anspannung und aktiviert Mitgefühl, statt inneren Druck aufzubauen.
  • Wählen: 1 bewusste Entscheidung (z. g. „Ich wähle heute, langsam in den Tag zu starten und zwischendurch tief zu atmen.“). So richtest du deine Energie achtsam aus und setzt einen klaren Fokus.

Die Kraft dieser Methode liegt in ihrer Mikrodosierung: In weniger als zwei Minuten holst du dich aus dem Autopilot-Modus – und gibst deinem Tag einen bewussten, klaren Beginn.

Stress-Journal (Regulation)

Das Stress-Journal ist ein kompaktes Werkzeug zur emotionalen Regulation. Es hilft dir, Stressreaktionen zu entladen, zu verstehen und umzulenken, bevor sie sich verfestigen. Die Struktur basiert auf drei Spalten – kurz, präzise, wirkungsvoll:

  • Auslöser: Was hat den Stress ausgelöst? (z. B. „E-Mail mit kurzfristiger Deadline.“)
  • Körperzeichen: Wie zeigt sich die Anspannung körperlich? (z. B. „Enge im Brustkorb, flacher Atem.“)
  • 10-Minuten-Schritt: Was ist in den nächsten 10 Minuten realistisch möglich? (z. B. „Antwortentwurf schreiben.“)

Diese Mini-Struktur wirkt so effektiv, weil sie die Grübelschleife physiologisch unterbricht. Der präfrontale Cortex (Planung, Klarheit) übernimmt wieder das Steuer von der Amygdala (Stresszentrum). Du schaffst Verbindung zwischen Gefühl und Handlung – das zentrale Prinzip achtsamer Stressbewältigung.

Tipp: Nutze das Stressjournal besonders in Momenten, in denen du merkst: „Ich verliere gerade die Ruhe.“ Bereits nach wenigen Einträgen wirst du Muster erkennen, die dir sonst entgehen.

Entschleunigung Beschleunigung
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Dankbarkeits-Journal (Balance)

Das Dankbarkeitsjournal ist nicht nur ein beliebtes Abendritual – es ist ein nachweislich wirksames Training für emotionale Balance. Studien zeigen, dass Dankbarkeitspraktiken die Aktivität in Hirnregionen erhöhen, die mit Wohlbefinden, innerer Stabilität und Stressreduktion zusammenhängen.

Abends notierst du:

  • 3 Dinge, für die du heute dankbar bist – gern klein, konkret, alltäglich.
  • 1 Satz des Selbstmitgefühls – z. B. „Es war genug für heute.“ Dieser Satz wirkt wie ein innerer Anker: Er beendet den Leistungsmodus und signalisiert deinem Nervensystem, dass der Tag abgeschlossen ist.

Dieser Abschluss hilft, den Abend sacht ausklingen zu lassen, und senkt nachweislich die abendliche Stressintensität – ideal zur Schlafvorbereitung.

Mehr zu achtsamkeitsbasierter Stressprävention findest du kompakt und verständlich im Nationalen Gesundheitsportal oder im Stressfrei Leben Ratgeber.

5 Mini-Rituale für mehr Achtsamkeit beim Journaling

Rituale schaffen einen sanften Übergang zwischen Alltag und innerem Raum. Sie signalisieren Körper und Geist: „Jetzt ist Zeit für mich.“ Schon wenige Sekunden reichen, um dein Nervensystem zu beruhigen und deine Journaling-Praxis zu vertiefen.

  • 1. Drei-Atemzüge-Ritual: Drei bewusste Atemzüge → Schultern lösen → Ausatmen verlängern. Der schnellste Weg, um in den Parasympathikus („Ruhemodus“) zu wechseln.
  • 2. Sinnesfokus (1 Minute): Wähle einen Sinn (Hören, Fühlen, Riechen, Sehen). Diese Übung stoppt den Autopilot und bringt dich sofort ins Jetzt.
  • 3. Ankommens-Ritual: Stift bewusst berühren, Gewicht spüren – dann schreiben: „Ich bin jetzt hier.“ Ein körperlich-mentaler Anker für Präsenz.
  • 4. Dankbarkeits-Impuls: Vor dem Schreiben 1 kleine Sache notieren, für die du dankbar bist. Öffnet emotionalen Raum & senkt Stress.
  • 5. Abschluss-Ritual (20 Sekunden): Hand aufs Herz/Bauch, 2–3 Atemzüge, dann sagen: „Danke fürs Schreiben. Ich nehme das mit.“ Verankert Erkenntnisse und wirkt wie ein sanfter mentaler Abschluss.

Berufliches Journaling

Weniger Kontextwechsel, klarere Übergaben, ruhigere Tage.

  • Tagesfokus (Top-1): „Wenn heute nur eins gelingt, dann …“
  • Meeting-Memo: Ziel · 3 Punkte · Next Step (Owner + Datum)
  • Freitags-Retro (10 Min.): Gut · Lernen · Sichern
Uli Pötter
Ulis Tipp: Blocke vormittags 15 Minuten „Journal + Priorität“. Ein Mini-Reset spart dir später eine Stunde Umherklicken.

Journaling vs. andere Achtsamkeitsmethoden

Alle Wege führen zur Präsenz – aber mit anderem Schwerpunkt.

Methode Stärke Kombi­na­tions­tipp
Journaling Klarheit, Selbstführung 5 Min. Schreiben nach 3 Min. Atem
Atem­medi­ta­tion Nervliche Beruhigung Kurz vorm Schlafen + Abendjournal
Body-Scan Körper­wahr­neh­mung Danach 3-Zeilen Body-Scan-Log
Zusammengefasst:
  • Journaling: sprachlich-klärend
  • Meditation: körpernah-beruhigend
  • Body-Scan: sensomotorisch-erdend

Prompts vs. kognitive Trigger

Prompts lenken Aufmerksamkeit, Trigger reißen sie weg. Erkenne den Unterschied – und steuere aktiv.

Aspekt Prompts Kognitive Trigger
Funktion Fokussieren, entscheiden Ablenken, belasten
Beispiel „Was braucht mein Körper jetzt?“ Push-Mails, Social-Feed, unklare To-Dos
Intervention 1–2 Leitfragen + Mini-Action Trigger benennen → 10-Min.-Plan → Timer starten
 Tipp: Wenn ein Trigger zuschnappt: 60 Sek. Quick-Liste „Fakt · Gefühl · nächster 10-Min.-Schritt“. Dann direkt loslegen.

Grenzen beim Achtsamkeits Journaling

  • Nicht klinisch: Kein Ersatz für Therapie, Diagnostik oder ärztliche Beratung.
  • Dosis & Tiefe: Bei schweren Inhalten kurz schreiben, freundlich enden, ggf. Unterstützung holen.
  • Over-Reflexion: Einsicht ohne Handlung frustriert – 1 Erkenntnis → 1 Mini-Action.
  • Datenschutz: Heft sicher verwahren / digitale Notizen schützen.
Uli Pötter
Ulis Tipp: Beende jede Session mit einem Satz Selbstmitgefühl: „Ich übe – das genügt.“

Journaling oder lieber Tagebuchschreiben?

Beides nutzt Schreiben – aber mit anderer Absicht. Tagebuch: erzählerisch, rückblickend, entlastend. Journaling: fokussiert, gegenwartsnah, handlungsorientiert.

Aspekt Tagebuch Journaling
Ziel Ausdruck, Verarbeitung Achtsamkeit, Klarheit, Handlung
Form Erzähltext Kurz, prompts, stichpunktartig
Zeitbezug Gestern/Heute Jetzt/Nächster Schritt
Tipp: Nutze beide: Journaling für Fokus am Morgen, Tagebuch für Entlastung am Abend.

Fazit – Achtsamkeit in Sätzen

Journaling für mehr Achtsamkeit schenkt dir jeden Tag kleine Inseln von Präsenz. Mit wenigen, freundlichen Sätzen hältst du inne, hörst dich selbst – und gestaltest deinen Rhythmus bewusst. Nicht Perfektion zählt, sondern das Dranbleiben. Weitere Impulse findest du in unserem Ratgeber-Bereich.

Häufige Fragen (FAQ) zum achtsamen Journaling

1. Wie kurz darf eine Session sein?
Schon 3–5 Zeilen reichen – wichtig ist die Regelmäßigkeit.
2. Welche Tageszeit ist ideal?
Morgens für Fokus, abends für Entlastung. Hauptsache: täglich ähnliche Uhrzeit.
3. Was, wenn ich nichts „Wichtiges“ finde?
Beschreibe neutrale Wahrnehmung (Atmung, Hände, Geräusche). Achtsamkeit beginnt beim Offensichtlichen.
4. Macht digitales Schreiben unachtsamer?
Nicht zwingend – entscheidend ist Ablenkungsfreiheit (Flugmodus, Benachrichtigungen aus).
5. Wie verhindere ich Grübelschleifen?
Struktur „Fakt – Gefühl – nächster 10-Min.-Schritt“ nutzen.
6. Kann ich damit Schlaf verbessern?
Ja, kurze Abend-Reflexion + Dankbarkeitsdreiklang beruhigen und schließen den Tag ab.
7. Wie behalte ich den Überblick?
Tags verwenden (#atem, #dankbar, #fokus) und wöchentlich 10 Minuten Review.
8. Hilft Journaling bei Angst?
Es kann entlasten, ersetzt aber keine Therapie. Bei starker Symptomatik bitte fachliche Hilfe suchen.
9. Was tun bei Unlust?
Timer auf 2 Minuten. Nur anfangen. Oft folgt der Rest.
10. Wie kombiniere ich es mit Meditation?
3 Min. Atem → 5 Min. Journal. Erst Körper, dann Worte.

Quellen & weiterführende Literatur

  • Pennebaker, J. W., Smyth, J. M. (2016): Opening Up by Writing It Down. Guilford Press.
  • Frattaroli, J. (2006): Experimental disclosure and its moderators: a meta-analysis. Psychol Bull 132(6):823–865.
  • Baumeister, R. F. et al. (2007): The strength model of self-control. Curr Dir Psychol Sci 16(6):351–355.
  • Deutsche Gesundheitsinfos
Über den Autor
Autorenbild Ulrich Pötter
Ulrich Pötter

Der Autor Ulrich Pötter ist selbst staatlich anerkannter Therapeut und Präventionsexperte. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit innovativen Ausbildungskonzepten in den Bereichen Massage, Fitness, Wellness, Heilpraktik und Prävention. Er hat fünf professionelle Akademien gegründet, bei denen er auch heute noch Geschäftsführer und Direktor ist.

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